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Medizin

Masern: Anthroposophischer Export ins Elsass

Donnerstag, 14. Mai 2015

Masernvirus

Stockholm - Ein französischer Austauschschüler hat die Masern-Viren von Berlin ins Elsass verschleppt. Dort sind an anthroposophischen Einrichtungen sogleich 67 Personen erkrankt. Die EU-Behörde ECDC befürchtet angesichts einer geringen Impfquote, dass das Virus auf andere Bevölkerungsgruppen übergreift.

In den letzten 12 Monaten sind in Europa 3.760 Masern-Erkrankungen registriert worden, die meisten davon in Deutschland. Die Epidemie, die im Oktober in Berlin begonnen hat und bis Ende April zu 1.134 Erkrankungen (inklusive einem Todesfall) geführt hat, könnte in den letzten Wochen nach Frankreich exportiert worden sein.

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In der Region Colmar im Elsass sind nach Angaben französischer Behörden seit dem 10. April insgesamt 67 Personen an den Masern erkrankt. Darunter waren 39 Schüler einer anthroposophischen Privatschule. Die Epidemie breitete sich offenbar über eine Musikschule in Colmar aus. Viele Erkrankte hatten diese Schule besucht, für die anderen ließ sich ein Kontakt mit den Schülern nachweisen. Als Index-Patient wurde der Schüler einer anthroposophischen Privatschule ermittelt, der vor seiner Erkrankung an einem Austauschprogramm mit Berlin teilgenommen hatte und in dessen Gastfamilie ein Kind nachweislich an Masern erkrankt war.

Die französischen Gesundheitsämter versuchen derzeit, eine weitere Ausbreitung der Epidemie zu verhindern. Zu den Maßnahmen gehört die Identifizierung von Kontakten. Den betroffenen Familien wird angeboten, Kinder mit unbekannter der fehlender Immunität nachzuimpfen, was bis zu 72 Stunden nach dem Kontakt mit einem Erkrankten erfolgversprechend sein soll. Für Säuglinge oder Schwangere wird eine passive Immunisierung mit Immunglobulinen angeboten.

Eine weitere Ausbreitung der Epidemie ist nach Ansicht der ECDC nicht auszuschließen, da auch in Frankreich die Impfquote zu niedrig ist. Zuletzt hatten nur 89 Prozent der Kinder die erste und nur 67 Prozent die zweite Impfung erhalten.

© rme/aerzteblatt.de

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