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Ärzteschaft

Ärztetag: Förderung der ärztlichen Kommunikations­kompetenz gefordert

Mittwoch, 13. Mai 2015

Ulrich Schwantes /Jardai

Frankfurt/Main – Die ärztliche Kommunikation muss unterstützt und gefördert werden, fordern die Delegierten des 118. Deutschen Ärztetages . Deshalb müssen „die Fakultäten die in der Approbationsordnung für Ärzte festgelegte Kompetenzentwicklung in der ärztlichen Gesprächsführung konsequent ausbauen“, heißt es in dem Beschluss.

Auf die Bedeutung ärztlicher Kommunikation wies auch Ulrich Schwantes, Facharzt für Allgemeinmedizin, Sommerfeld, hin. Er bezeichnete ärztliche Kommunikation als eine Schlüsselkompetenz des ärztlichen Berufs. „Haltung, Verhalten und Sprache prägen die Begegnung mit dem Patienten. Wenn wir die Sprache im Umgang mit dem Patienten verlieren, mutieren wir zu Medizinern der Technik, fragmentierten und fragmentierenden Spezialisten und machen und substituierbar.“

Doch die ärztliche Kommunikation müsse durch geeignete Übungssituationen trainiert werden können, fordern die Delegierten des Ärztetages. Nicole Ernstmann vom Institut für Medizin­soziologie, Versorgungsforschung und Rehabilitationswissenschaft der Uni­versität Köln zitierte Studien, aus denen hervorgeht, dass Kommuni­kationstrainings die Adhärenz und den Informationsfluss verbessern.

Außerdem fordert der Ärztetag, die interkulturelle und sprachliche Sensibilität auch in der ärztlichen Weiter- und Fortbildung kontinuierlich zu fördern. Begrüßt wird die Entwicklung eines Curriculums der Bundes­ärzte­kammer zur ärztlichen Gesprächsführung, das für die Weiter- und Fortbildung von Ärztinnen und Ärzten aller Fachrichtungen genutzt werden solle.

Die Arbeits- und Rahmenbedingungen in Praxis und Klinik müssten eine geeignete und ruhige Kommunikationssituation ermöglichen, die den Schutz der persönlichen Daten und ärztlichen Schweigepflicht gewährleisten sollten. „Zudem muss ausreichend Zeit für diese so wichtige Form der ärztlichen Zuwendung und Tätigkeit zur Verfügung stehen. Dies ist bei der Bewertung ärztlicher Tätigkeit, bei der Bedarfsermittlung und bei Stellenplänen zwingend zu beachten.“

Rudolf Henke /Jardai

Hinderliche Rahmenbedingungen bestünden vor allem in einer hohen Arbeitsbelastung und Zeitmangel im Versorgungsalltag, in der steigenden Öko­nomi­sierung der Medizin und der Zunahme patientenferner Tätigkeiten, aber auch im hohen Speziali­sierungsgrad, sagte der Präsident der Ärztekammer Nordrhein, Rudolf Henke.

Der Ärztetag fordert, dass „zumindest für die Erstversorgung, die Diagnose von akut behandlungsbedürftigen Erkrankungen und wichtige Vorsorgemaßnahmen, bei Flüchtlingen, Asylbewerbern und weiteren akut aufgenommenen Migranten durch Kommunen und Krankenkassen die Finanzierung von professionellen Sprach- und Kulturmittlern gesichert werden muss“. © Kli/aerzteblatt.de

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