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Psychiater fordern mehr Aufklärung zu Essstörungen

Donnerstag, 14. Mai 2015

Berlin – Das in vielen Medienformaten verbreitete Idealbild des weiblichen und männlichen Körpers kann den Boden für Essstörungen besonders bei Jugendlichen bereiten. Darauf hat die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) hingewiesen.

Die Fachgesellschaft nennt in diesem Zusammenhang eine Studie des Internationalen Zentralinstituts für das Jugend- und Bildungsfernsehen: Fast ein Drittel der 241 befragten Menschen, die aktuell an einer Essstörung leiden, gab darin an, dass die Sendung „Germany´s Next Top Model“ einen starken Einfluss auf ihre eigene Essstörung hatte. „Die Sendeformate propagieren ein Schönheitsideal, das wir als wissenschaftliche Fachgesellschaft sehr kritisch sehen. Die hier gezeigten Körper spiegeln nicht die Realität wider. Gerade Jugendliche, die sich noch in der Pubertät befinden, können dadurch stark verunsichert werden“, erklärte die DGPPN-Präsidentin Iris Hauth.

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Essstörungen wie Magersucht oder Essbrechsucht sind schwerwiegende psychische Erkrankungen. Sie verlaufen oftmals chronisch und können für die Betroffenen lebensgefährlich werden – die Magersucht ist unter allen psychischen Erkrankungen diejenige mit der höchsten Mortalität.

Essstörungen und insbesondere die Magersucht gehen bei den Betroffenen meist mit dem Gefühl der eigenen Unzulänglichkeit einher. Die Folge sind ausgeprägte negative Gefühle und häufig auch Depressivität. „Die Konfrontation mit einem perfekten Körper in den Medien und der Werbung kann diese Unzufriedenheit und die damit verbundenen negativen Gefühle verstärken“, hieß es aus der Fachgesellschaft. Der ständige Vergleich mit einem Schlankheitsideal, dem in der Realität nur sehr wenige Frauen entsprächen, könne der Auslöser für eine Diät und damit ein sehr häufiger Einstieg in eine Essstörung sein.

„Um insbesondere junge Menschen zu schützen, braucht es dringend mehr Vielfalt in den medialen Bilderwelten. Gleichzeitig müssen wir noch breiter und intensiver über die Gefahren von Essstörungen aufklären“, so Hauth.

© hil/aerzteblatt.de

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