NewsÄrzteschaftLebensstil­veränderungen helfen nicht allen Diabetes-2-Patienten
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Lebensstil­veränderungen helfen nicht allen Diabetes-2-Patienten

Freitag, 15. Mai 2015

Berlin – Nicht alle Patienten mit Diabetes Typ-2 profitieren gleichermaßen von einer Veränderung des Lebensstils. Darauf hat die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) heute auf ihrem Jahreskongress in Berlin hingewiesen. In Deutschland sind mehr als sechs Millionen Menschen an Diabetes erkrankt, die meisten davon an Diabetes Typ 2. Jedes Jahr kommen etwa 270.000 neu hinzu.

Bislang war die moderate Umstellung des Lebensstils zu kalorienärmerer Ernährung, Sport und Gewichtsabnahme die erfolgversprechendste Methode, die Stoffwechsellage zu verbessern und Folgeerkrankungen vorzubeugen. Das gilt aber nicht für alle Patienten in gleicher Weise. Das Tübinger-Lebensstil-Interventionsprogramm (TULIP) und die darauf basierende deutschlandweite Prädiabetes-Lebensstil-Interventionsstudie (PLIS) des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD) untersuchen, warum manche Menschen trotz Gewichtsabnahme und sogar bei Normalgewicht an Diabetes Typ 2 erkranken.

Genetische Faktoren sowie der Anteil des Bauch- und Leberfetts scheinen hierbei eine besondere Rolle zu spielen. „Untersuchungen zufolge müssen sieben Personen mit einer Vorstufe des Diabetes über einen Behandlungszeitraum von drei Jahren solch eine Lebensstilintervention vornehmen, damit bei einer Person ein Diabetes tatsächlich verhindert werden kann“, erläuterte der Kongresspräsident Norbert Stefan.

Anzeige

Diabetologen vermuten, dass genetische Variationen, welche die Insulinwirkung und die Insulinproduktion beeinflussen, der Grund für die unterschiedlichen Erfolge bei den Patienten sind. Ein Rezeptor des Fettgewebshormons Adiponektin stehe dabei im Fokus. Außerdem spiele das Protein und Hepatokin Fetuin-A, das bei Fettleber vermehrt ausgeschüttet werde, eine bedeutende Rolle.

„Diese Biomarker können wir künftig eventuell dafür nutzen, das persönliche Diabetes­risiko besser vorherzusagen und zu ermitteln, welche Patienten von einer Umstellung des Lebensstils tatsächlich profitieren“, prognostiziert Stefan, der die Abteilung klinisch-experimentelle Diabetologie der Medizinischen Klinik IV des Universitätsklinikums Tübingen leitet. © hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

18. Oktober 2019
Charlottesville– Ein hybrides künstliches Pankreas, das die Dosis des Basalinsulins automatisch dem kontinuierlich bestimmten Blutzucker anpasst, hat in einer randomisierten Studie im New England
Künstliches Pankreas verbessert Blutzuckerkontrolle bei Diabetes Typ 1
18. Oktober 2019
Amsterdam – Schwere Hypoglykämien können künftig mit einem Nasenspray behandelt werden. Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) hat heute eine
Nasenspray behandelt schwere Hypoglykämien injektionsfrei
17. Oktober 2019
Berlin – Psychische Störungen treten bei Menschen mit Diabetes häufiger auf als in der Allgemeinbevölkerung. Gleichzeitig stellten komorbide psychische Störungen eine Behandlungsbarriere dar,
Komorbide psychische Störungen bei Diabetikern häufig
17. Oktober 2019
New York – Frauen, die ihr Kind längere Zeit stillen, erkranken im späteren Leben seltener an einem Typ-2-Diabetes oder an einer arteriellen Hypertonie. Zu diesem Ergebnis kommt eine Meta-Analyse in
Lange Stillzeit schützt Frauen vor Diabetes und Hypertonie
16. Oktober 2019
Stuttgart – Der Ärzteverband Medi Baden-Württemberg und die DAK-Gesundheit haben einen neuen Facharztvertrag geschlossen, der die Versorgung von Diabetikern (Typ 1 und 2) verbessern soll. Ärzte können
Neuer Facharztvertrag zur Diabetesversorgung in Baden-Württemberg
16. Oktober 2019
Berlin – Für Eltern mit an Diabetes erkrankten Kindern gibt es nicht genug psychosoziale Hilfen. Darauf haben Experten der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) im Vorfeld der morgigen Tagung
Psychosoziale Betreuung von Diabetikern verbesserungsbedürftig
15. Oktober 2019
München – An der bayernweiten „Fr1da“-Studie zur Früherkennung von Typ-1-Diabetes haben 100.000 Kinder teilgenommen. Das teilte heute das Ge­sund­heits­mi­nis­terin in Bayern mit. Die Studie wird dem
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER