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Ausland

Ärzte ohne Grenzen fordert mehr Forschung zu vernachlässigten Krankheiten

Freitag, 15. Mai 2015

Genf – Einen Fonds zur Erforschung vernachlässigter Krankheiten hat die Hilfsor­ganisation Ärzte ohne Grenzen im Vorfeld der Weltgesundheitsversammlung in Genf gefordert. Bei der jährlichen Versammlung treffen sich die Mitgliedsstaaten der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO). Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird dort am kommenden Montag eine Rede halten.

„Ebola hat das Versagen der Welt bei der globalen Gesundheitsforschung drastisch offen gelegt“, erklärt Philipp Frisch von der Medikamentenkampagne von Ärzte ohne Grenzen. Weil ein Impfstoff fehle, habe sich die Epidemie ungehindert ausbreiten können. „Und auch über Ebola hinaus sind unsere Teams oft hilflos, weil wirksame, angepasste und bezahlbare Medikamente, Impfstoffe und Diagnostika fehlen“, kritisierte Frisch. Das gelte zum Beispiel für die Tuberkulose, die Schlafkrankheit und für die zunehmenden Resistenzen von Bakterien gegen Antibiotika.

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Frisch betont, es reiche nicht aus, „einzelne Lücken in der Forschung zu stopfen“. „Vielmehr muss eine nachhaltige, verlässliche und kohärente Lösung gefunden werden, die durch verpflichtende Beiträge der Mitgliedsstaaten eine langfristige Finanzierung von Forschungsvorhaben sicherstellt“, forderte er.

Ärzte ohne Grenzen betonte, die Bundesregierung müsse sich auch im Rahmen ihrer G7-Präsidentschaft stärker für Forschungsförderung engagieren. „Auf der Agenda des G7-Gipfels im Juni stehen Ebola, antimikrobielle Resistenzen und vernachlässigte Krankheiten. Angela Merkel muss die Weichen für mehr öffentliche Forschung stellen“, sagte Frisch.

Er kritisierte, das finanzielle Engagement der Bundesregierung in diesem Bereich sei sehr gering. Deutschland stelle nicht einmal halb so viele Mittel zur Verfügung wie Großbritannien – und lediglich drei Prozent der US-Ausgaben. © hil/aerzteblatt.de

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