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Jeder vierte Blitzunfall endet tödlich

Montag, 18. Mai 2015

dpa

Rostock – Jeder Vierte, der während eines Gewitters von einem Blitz getroffen wird, stirbt daran. Das berichtet der Rechtsmediziner Fred Zack von der Universität Rostock. In Deutschland sind so von 1998 bis 2013 jährlich bis zu acht Menschen bei schweren Gewittern ums Leben gekommen.

Laut Zack differieren die Mortalitätszahlen für Opfer von Blitzschlägen in der wissenschaftlichen Literatur zwischen 10 und 90 Prozent. Diese weite Spanne veranlasste den Forscher zu einer wissenschaftlichen Überprüfung. Gemeinsam mit einer Doktorandin hat er Arbeiten aus aller Welt ausgewertet, in denen statistische Angaben zu Blitzopfern gemacht wurden, und dabei errechnet, dass etwa jeder Vierte durch oder kurz nach einem Blitzschlag sterben.

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Über die Zahl der Menschen, die in Deutschland einen Blitzunfall überleben und schwere gesundheitliche Schäden davon tragen, gibt es laut Zack allerdings keine statistischen Angaben. Er beklagt, dass es in Deutschland kein Zentrum für Blitzopfer mit Früh- oder Spätschäden gebe. Eine Ausnahme mache allerdings die Klinik und Poliklinik für Neurologie der Universität Regensburg, die sich um Patienten mit blitzbedingten neurologischen Beschwerden kümmere.

Bei Blitzunfällen sind laut dem Rechtsmediziner besonders häufig die Haut, das Herz, das Gehör, die Augen, das Gehirn und die Nerven betroffen. Gesundheitliche Schäden träten manchmal auch erst eine gewisse Zeit nach dem Unfall auf. Typische Unfall­schäden seien Verbrennungen der Haut, Hörstörungen, Tinnitus, Missempfin­dungen und Lähmungen. Die Liste der möglichen psychischen Störungen sei lang und reiche von Denk- und Konzentrationsstörungen über Depressionen bis hin zu Angstzuständen und posttraumatischen Belastungsstörungen.

„Längst überholt ist der Ratschlag, sich bei einem Gewitter im Freien flach auf den Boden zu legen, denn das vergrößert nur die Angriffsfläche, die man dem Strom bietet, der dann über das Herz fließen und tödliche Rhythmusstörungen auslösen kann“, erläutert der Wissenschaftler. Besser sei, in die Hocke zu gehen, die Füße dicht aneinanderzustellen und die Ohren mit den Händen zu halten. In Häusern sollte man Fenster und Türen zur Gewitterzeit geschlossen halten und elektrische Geräte nicht benutzen.

Auch in einem Auto sei man nicht vollständig sicher. Als Insasse sollte man bei Gewitter nie die Blechanteile im Auto berühren. Außerdem könne bei einem Einschlag das Licht so grell sein, dass eine Orientierung danach kaum möglich sei. Weiterhin bestehe für die Fahrzeuginsassen die Gefahr eines Knalltraumas mit Hörschädigung.

© hil/aerzteblatt.de

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