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Ärzteschaft

Ärzte bieten vermehrt individuelle Gesundheits­leistungen an

Montag, 18. Mai 2015

Berlin – Im Jahr 2014 haben rund 20 Millionen gesetzlich Versicherte von ihrem Arzt ein Angebot für eine Selbstzahlerleistung (Individuelle Gesundheitsleistung, IGeL) erhalten. Das berichtet das wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) nach einer bundesweit repräsentativen Erhebung unter Personen ab 18 Jahren, die gesetzlich krankenversichert sind.

Die sogenannte IGeL-Quote ist danach gestiegen: von 29,9 Prozent im Jahr 2012 auf mittlerweile 33,3 Prozent. „Diese Expansion des IGeL-Marktes hat sich vor allem beim Angebot für Frauen vollzogen“, sagte der WIdO-Geschäftsführer Jürgen Klauber bei der Vorstellung der Zahlen. IGeL werden Frauen wesentlich häufiger angeboten als Männern (41,8 Prozent zu 23,2 Prozent).

Mit Abstand am häufigsten bieten Ärzte laut dem WIdO Ultraschalluntersuchungen an (24,8 Prozent), im Wesentlichen zur Krebsfrüherkennung bei Frauen, und Leistungen im Rahmen der Glaukom-Früherkennung (17,6 Prozent). Rund elf Prozent der Angebote entfallen auf Medikamente, Heil- und Hilfsmittel sowie Blutuntersuchungen und Laborleistungen (11,2 Prozent). In 8,2 Prozent der Fälle werden Frauen weitere ergänzende Krebsfrüherkennungen angeboten.

Rund drei von vier IGeL-Angeboten (71,8 Prozent) kommen von fünf Facharztgruppen. Auf die Frauenärzte entfallen rund 30,1 Prozent der privatärztlichen Leistungen. Danach folgen Augenärzte mit einem Anteil von 20,5 Prozent, Orthopäden (10,9 Prozent), Hautärzte (5,7 Prozent) und Urologen (4,6 Prozent). Praktische Ärzte und Allgemeinmediziner erreichen 19,1 Prozent.  

Die Bundes­ärzte­kammer (BÄK) weist daraufhin, dass es entscheidend sei, Patienten und Ärzten seriöse Informationen zum richtigen Umgang mit IGeL an die Hand zu geben. Deshalb hätten BÄK und Kassenärztliche Bundesvereinigung bei der Erstellung ihres IGeL-Ratgebers „Selbst zahlen?“ zahlreiche Ärzteverbände, Patientenorganisationen sowie das Deutsche Netzwerk für Evidenzbasierte Medizin eingebunden. Der Ratgeber beinhaltet unter anderem eine Checkliste für Patienten und für Ärzte zum Umgang mit IGeL. © hil/aerzteblatt.de

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