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Medizin

Gene beeinflussen das Schlafverhalten

Dienstag, 19. Mai 2015

dpa

Leicester – „Lerche“ oder „Eule“: Wann Menschen zu Bett gehen, könnte von einer Reihe von Genen abhängen, von denen viele vordergründig nur einen geringen Einfluss auf den zirkadianen Rhythmus nehmen. Das berichten Forscher der University of Leicester um Eran Tauber. Sie veröffentlichten ihre Erkenntnisse in Frontiers in Neurology (http://dx.doi.org/10.3389/fneur.2015.00100).

Schlechte Schlafqualität, gestörter oder auch zu kurzer Schlaf können die nächtliche Regeneration des Körpers beeinträchtigen. Wissenschaftliche Erkenntnisse lassen darauf schließen, dass dies nicht nur die Lebensqualität beeinträchtigt, sondern auch somatische und psychische Erkrankungen fördern könnte. Das Risiko für metabolische Erkrankungen, Demenzen und Depressionen kann sich durch den schlechten Schlaf verstärken. Schlafforscher unterscheiden zwischen drei Schlaftypen:

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Lerchen, also Menschen die früh aufstehen und früh ins Bett gehen, und Eulen, die abends oft aktiver sind und länger wach sind, jedoch früh morgens nur schwer aufstehen können. Die meisten Menschen bewegen sich zwischen diesen Extremen und bilden somit den dritten Normaltyp. Dennoch kann das natürliche Schlafverhalten mit den Anforderungen der modernen Arbeitswelt kollidieren. Das Zusammenspiel aus Umwelt und individuellen zirkadianen Rhythmus spielt daher für das Wohlbefinden vieler Menschen eine große Rolle.

Die Forscher untersuchten das Aktivitätsmuster von verschiedenen Zuchtlinien von Drosophila melanogaster. Sie stellten hierbei fest, dass es wie bei den Menschen Fruchtfliegen gab, die Schlaf- und Aktivitätsmuster vom Eulen- und Lerchentyp zeigten. Sie charakterisierten die Fliegen genetisch und verglichen dies mit dem Chronotyp der Tiere.

Die Wissenschaftler konnten in ihrer Analyse 77 Gene identifizieren, die einen starken Einfluss auf die zirkadiane Rhythmik der Fliegen zu nehmen schienen. Eine Reihe dieser Gene codiert für Proteine des MAP-Kinase-Wegs. Der Weg greift in viele Wege der Signaltransduktion ein und ist beispielsweise auch in der Kanzerogenese oft verändert. Andere evolutionär hoch konservierte Gene wie mTOR oder Gene der Hedgehog-Gruppe zeigten zwischen den unterschiedlichen Schlaftypen ebenfalls unterschiedliche Aktivitätsmuster.

Da das genetische System, welches den Tag- und Nachtrhythmus steuert, bei Menschen und Fruchtfliegen starke Parallelen zeigt, hoffen die Forscher mit der Beschreibung der Gene einen Ansatzpunkt für weitere Analysen beim Menschen geschaffen zu haben. © hil/aerzteblatt.de

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