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Ärzteschaft

HNO-Ärzte erweitern Ohrtrompete mit Ballonkatheder

Dienstag, 19. Mai 2015

Berlin/Bielefeld – Ein Verfahren für Patienten mit verschlossener Ohrtrompete – auch Eustachische Röhre oder Tuba auditiva genannt – haben HNO-Ärzte auf dem Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie (DGHNO KHC) Mitte Mai in Berlin vorgestellt.

Die Eustachische Röhre ist in der Regel geschlossen, um das Ohrinnere vor Infektionen aus dem Nasenraum zu schützen. Nur beim Gähnen oder Schlucken öffnet sie sich kurz und sorgt dabei für einen Druckausgleich zwischen dem Nasen- Rachen-Raum und dem Mittelohr. Ist die Röhre dauerhaft verstopft oder verengt, haben die Betroffenen Pro­bleme mit der Be- und Entlüftung des Ohres. Außerdem ist die Reinigungsfunktion des Mittelohres eingeschränkt. Druck auf dem Ohr, Schmerzen, Hörprobleme und rezidi­vierende Mittelohrentzündungen können die Folge sein. Schlimmstenfalls vermindert sich die Hörfähigkeit dauerhaft.

„Etwa ein Prozent der Erwachsenen in Deutschland leiden an einer verschlossenen Ohrtrompete“, erläuterte Holger Sudhoff, Chefarzt der Klinik für Hals- Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie am Klinikum Bielefeld auf dem Kongress in Berlin. Er hat die Kathetermethode maßgeblich entwickelt. Bei dieser dringen die Ärzte mit einem Endoskop, meist durch die Nase, in Einzelfällen auch durch den Rachen oder das Ohr, bis zum Eingang der Tube vor. „Anschließend wird der Ballonkatheter in die Trompete vorgeschoben“, so Sudhoff.

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Nach genauer Positionierung wird der Ballon mit einer Kochsalzlösung bis zu einem Druck von zehn bar aufgeblasen und rund zwei Minuten so belassen. Dann lassen die Ärzte die Flüssigkeit aus dem Ballon ab und entfernen den Katheter. Der Eingriff dauert einige Minuten und erfolgt unter Vollnarkose.

„Studien haben gezeigt, dass nach einer Ballondilatation die Belüftung der Tube um 70 bis 80 Prozent besser funktioniert als vorher“, erläuterte Sudhoff. Künftig sollen auch Kinder von der Methode profitieren. Sie werden bekanntlich besonders häufig von Mittelohrentzündungen geplagt. © hil/aerzteblatt.de

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