Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Wie junges Blut die Knochenheilung im Alter fördert

Mittwoch, 20. Mai 2015

Toronto – Die Verbindung mit dem Blutkreislauf eines jüngeren Tieres kann bei älteren Mäusen die Knochenheilung beschleunigen. Eine Studie in Nature Communications (2015; doi: 10.1038/ncomms8131) führt diese verjüngende Wirkung auf eine „Modu­lation“ der Signalsubstanz Beta-Catenin zurück, die die Möglichkeit einer pharma­kologischen Intervention eröffnen könnte.

Das Knochenmark ist nicht nur die Heimat des blutbildenden Gewebes. Hier entstehen auch die Vorläufer der Osteoblasten, die für die Knochenbildung zuständig sind. Um den Einfluss des Knochenmarks auf die Knochenheilung zu untersuchen, hat das Team um Benjamin Alman vom Hospital for Sick Children in Toronto die Blutkreisläufe von zwei Mäusen unterschiedlichen Alters miteinander verbunden.

Diese heterochone Parabiose beschleunigte die Knochenheilung des älteren Tieres. Der gleiche Effekt wurde später durch die Übertragung von Knochenmarkstammzellen eines jungen Spendentieres auf ein älteres Empfängertier erzielt. Weitere Experimente schlossen aus, dass dieser Einfluss auf die Migration von Zellen aus dem Knochenmark in den Knochen zurückzuführen ist. Die Forscher können zeigen, dass der „verjüngende“ Einfluss von Faktoren ausgeht, die von CD45-positiven Stammzellen des Knochenmarks ans Blut abgegeben werden.

Um welche Moleküle es sich handelt, ist bislang unbekannt. Die Faktoren scheinen jedoch im Knochenmark des älteren Tieres die Bildung von Beta-Catenin zu beein­flussen. Beta-Catenin ist ein Signalprotein, dessen Wirkungen auf den Knochenstoff­wechsel erst ansatzweise erforscht sind. Normalerweise fördert es die Differenzierung von Osteoblasten. In der Anfangsphase der Knochenheilung scheint es allerdings eine störende Wirkung zu entfalten.

Es regt dann laut Alman eher die Bildung eines schwachen Bindegewebes anstelle der Knochenneubildung an. Andere Experimente zeigten, dass ältere Tiere nach Knochenbrüchen vermehrt Beta-Catenin bilden, und dann eine heterochone Parabiose die Konzentration von Beta-Catenin in den ersten Tagen nach einer Fraktur senkt.

Medikamente, die Beta-Catenin blockieren, könnten deshalb ein Mittel sein, um die Knochenheilung bei älteren Menschen zu fördern. Solche Substanzen werden derzeit für die Krebstherapie entwickelt. Andere Studien haben gezeigt, dass Beta-Catenin auch bei der Entwicklung von Krebserkrankungen eine Rolle spielt. Klinische Studien wurden jedoch bisher nicht durchgeführt. © rme/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

01.12.17
Endoprothetik: Tranexamsäure senkt Blutungen bei Knie- und Hüft-OPs
Gießen/Marburg – Blutungen nach und während eines endoprothetischen Eingriffs an Hüfte oder Knie kann die prophylaktische Gabe von Tranexamsäure (TXA) reduzieren. Das Antifibrinolytikum sei daher ein......
16.11.17
Viele Bluttransfusionen bei Herzoperationen könnten vermieden werden
Toronto – Eine restriktive Strategie, die Bluttransfusionen bei Herzoperationen auf Patienten mit einem deutlichen Abfall des Hämoglobinwerts beschränkt, hat in einer weltweiten Studie das Risiko......
27.10.17
HIV-Infektionsrisiko sinkt bei Bluttransfusion auf eins zu zehn Millionen
Köln – Transfusionsmediziner können die Gefahr, sich bei einer Bluttransfusion mit HIV zu infizieren, heute nahezu ausschließen. Darauf hat die Deutsche Gesellschaft für Transfusionsmedizin und......
18.10.17
Transfusionsmedizin: Sind Blutspenden von Frauen nach Schwangerschaften ein Risiko für Männer?
Leiden – Jüngere Männer, die eine Bluttransfusion benötigen, haben in den folgenden Jahren ein erhöhtes Sterberisiko, wenn die Konserve von einer Frau mit einer Schwangerschaft in der Vorgeschichte......
10.10.17
Bluttransfusion: Verwechslungsgefahr größer als Infektionsrisiko
Köln – Immer mehr Krankenhäuser und medizinische Einrichtungen führen elektronische Identifikationssysteme ein, um Blutentnahmen sicherer zu machen und Verwechselungen vorzubeugen. Darauf hat die......
28.09.17
Intensivmedizin: Keine Nachteile durch ältere Blutkonserven
Melbourne – Das Alter der transfundierten Blutkonserven hat in einer internationalen randomisierten Studie das Sterberisiko von Intensivpatienten nicht beeinflusst. Die älteren Konserven lösten laut......
25.10.16
Kein Überlebensvorteil durch Transplantation frischer Erythrozyten
Hamilton – Das Alter der Blutkonserven hat keinen Einfluss auf das Sterberisiko der Patienten, denen sie transfundiert werden. Dies geht aus der bisher größten randomisierten Studie zu dieser Frage......
VG Wort

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige