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Ärzteschaft

Positionspapier: Ärztliche Sicht auf die Nutzung von Telemedizin

Mittwoch, 20. Mai 2015

dpa

Berlin – Telemedizinische Verfahren sind in einzelnen Versorgungsbereichen inzwischen weit verbreitet, etwa in der Akutbehandlung von Schlaganfallpatienten. In anderen Gebieten werden telemedizinische Methoden erprobt, haben aber den Sprung in die Regelversorgung noch nicht geschafft. In einem Positionspapier beschreibt die Bundes­ärzte­kammer Anwendungsgebiete für Telemedizin und stellt dar, in welchen Fällen diese Methoden für die Patienten besonders nützlich sind und welche Anforderungen sie erfüllen müssen.

„Angesichts der raschen Entwicklung dieser modernen Versorgungsmethoden ist es wichtig, unsere ärztliche Sichtweise auf diese Verfahren zu artikulieren und anderen interessengeleiteten Akteuren entgegenzusetzen. Deshalb zeigen wir Anwendungsfelder auf, in denen ein stärkerer Einsatz telemedizinischer Methoden zum Wohle unserer Patienten wünschenswert ist“, sagte Franz-Joseph Bartmann, Vorsitzender des Ausschusses Telematik der Bundes­ärzte­kammer.

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Zuvor hatte am vergangenen Freitag auch der 118. Deutsche Ärztetag in Frankfurt am Main dem Positionspapier mit großer Mehrheit zugestimmt und zugleich eine Begriffsbestimmung vorgenommen: Danach ist Telemedizin ein Sammelbegriff für verschiedenartige ärztliche Versorgungskonzepte, denen als prinzipieller Ansatz gemein ist, „dass medizinische Leistungen der Gesundheitsversorgung der Bevölkerung in Diagnostik, Therapie und Rehabilitation sowie bei der ärztlichen Entscheidungsberatung über räumliche Entfernungen (oder zeitlichen Versatz) hinweg erbracht werden. Hierbei werden Informations- und Kommunikationstechnologien eingesetzt“.

Nach dem Papier sind Qualitätssteigerungen durch verbesserte innerärztliche Kommunikation und erhöhte Versorgungsgerechtigkeit wesentliche Ziele von Telemedizin. Außerdem können telemedizinische Verfahren Versorgungsengpässe und  -ungleichgewichte beseitigen oder mit dazu beitragen, dass diese gar nicht erst entstehen. Allerdings muss die telemedizinische Patientenversorgung, hier vor allem die Befunderhebung, wissenschaftlich validiert werden, so eine Forderung der Ärzte.

Die qualitätssteigernden Effekte telemedizinischer Patientenversorgung lassen sich dem Positionspapier zufolge bereits heute in verschiedenen Telekonsilverfahren wie etwa der Teleradiologie oder der Telepathologie beobachten, in denen Expertenwissen mit geringem Aufwand verfügbar gemacht wird. Auch in der Notfallversorgung wie beispielsweise der zeitkritischen Akutversorgung von Schlaganfallpatienten ermöglichen Telekonsile eine optimale Versorgung unabhängig vom Wohnort.

Bei chronischen Erkrankungen wie der Herzinsuffizienz kann durch Telemonitoring von Vitalparametern und zugehörigem Remote Patient Management eine kontinuierliche Versorgung der Patienten gewährleistet werden. Dadurch lassen sich Dekompen­sationen frühzeitig erkennen und mit entsprechenden Maßnahmen verhindern. © KBr/aerzteblatt.de

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