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Medizin

FSME: Weniger Erkrankungen in mehr Risikogebieten

Dienstag, 26. Mai 2015

Berlin – Die Zahl der FSME-Risikogebiete in Deutschland hat sich 2014 um drei Kreise erhöht. Gleichzeitig ist die Zahl der Erkrankungen laut dem Epidemiologischen Bulletin (2015: 21: 175-186) zurückgegangen. Die Ständige Impfkommission rät allen Personen, die in Risikogebieten wohnen oder diese bereisen, zu einer Impfung, wenn sie ein erhöhtes Risiko von Zeckenstichen haben.

Dem Robert Koch-Institut (RKI) wurden 2014 insgesamt 265 Fälle einer Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übermittelt, ein Drittel weniger als im Vorjahr (420 FSME-Erkrankungen). 229 Patienten hatten sich sicher in Deutschland infiziert. Etwa die Hälfte aller Patenten zeigten ein klinisches Bild mit neurologischen Manifestationen einer Meningitis, Enzephalitis oder Myelitis.

Da es im Fall einer Erkrankung (anders als bei der Borreliose) keine spezifische Therapie gibt, rät die Ständige Impfkommission relativ großzügig zur Impfung. Ein zentrales Indikationskriterium ist das FSME-Risikogebiet. Dies sind Stadt- oder Landkreise, in denen es in unterschiedlichen 5-Jahreszeiträumen zu mehr als einer FSME pro 100.000 Einwohner gekommen ist, wobei auch Fälle in unmittelbarer Umgebung des Kreises zählen.

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Das RKI veröffentlicht jährlich eine Landkarte der FSME-Risikogebiete. Die meisten befinden sich auch in diesem Jahr in Bayern (82) und Baden-Württemberg (43). Es folgen mit Abstand Hessen (9), Thüringen (8), Rheinland-Pfalz (1), das Saarland (1) und Sachsen (1). Neu hinzugekommen sind der Stadtkreis Hof und die Landkreise Ostallgäu und Greiz.

Allen Personen, die in Risikogebieten wohnen oder arbeiten oder sich aus anderen Gründen dort aufhalten, wird zur Impfung geraten, sofern sie Zecken gegenüber exponiert sind. Geimpft werden laut dem RKI vor allem Kinder. In Risikogebieten mit einer Inzidenz im obersten Tertil beträgt die Impfquote 44 Prozent, bei den Erwachsenen ist sie deutlich geringer.

Anders als weithin angenommen sind jedoch nicht Kinder FSME-gefährdet. Nur 5 bis 10 Prozent der übermittelten Fälle entfallen auf die Altersgruppe unter 15 Jahre. Die Inzidenz stiegt mit dem 40. Lebensjahr deutlich an. Zudem haben ältere Menschen bei einer Infektion ein deutlich höheres Risiko als Kinder, schwer zu erkranken und bleibende Komplikationen zu erleiden. Die sinkende Impfquote birgt nach Ansicht des RKI die Gefahr einer starken Zunahme von FSME-Fallzahlen, wie sie zuletzt 2011 und 2013 beobachtet wurden.

© rme/aerzteblatt.de

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