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Medizin

Plötzlicher Kindstod im Hochgebirge häufiger

Dienstag, 26. Mai 2015

Colorado /dpa

Aurora – Säuglinge, die im US-Staat Colorado in einer Höhe von mehr als 8.000 Fuß (2.435 Meter) geboren werden, haben einer Studie in Pediatrics (2015; doi: 10.1542/peds.2014-2697) zufolge ein mehr als zweifach erhöhtes Risiko auf einen plötzlichen Kindstod (SIDS). Sauerstoffmangel ist die plausibelste Erklärung.

Mit der Höhe über dem Meeresspiegel sinkt der Luftdruck und damit auch der absolute Sauerstoffgehalt der Luft. In 8.000 Fuß sind es im Vergleich zum Meeresniveau nur noch 76 Prozent. Dies bereitet nicht nur erwachsenen Menschen Probleme, die Gefahr laufen, eine Höhenkrankheit zu entwickeln. Auch Säuglinge sind gefährdet. Eine mögliche Folge ist ein SIDS.

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David Katz von der Universität von Colorado in Aurora und Mitarbeiter haben die Daten von 393.216 Kindern ausgewertet, die zwischen 2007 und 2012 in dem höchstgelegenen Bundesstaat der USA geboren wurden. Bei einer kleinen Minderheit von 1,9 Prozent lag der Wohnort auf einer Höhe von mehr als 8.000 Fuß.

Die Auswertung der Sterberegister zeigte, dass in dieser Gruppe 2,3-mal mehr SIDS auftraten als in Orten in einer Höhe von weniger als 6000 Fuß. Die Odds Ratio von 2,30 war mit einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 1,01 bis 5,24 signifikant. Die Forscher konnten zudem eine Reihe von anderen Erklärungen wie Alter der Mutter, Bildungs­niveau und das Rauchen der Mutter als Erklärung für die Assoziation ausschließen.

Zu einem ähnlichen Ergebnis war Ursula Kohlendorfer von der Universität Innsbruck vor Jahren in einer Fall-Kontroll-Studie in Tirol gekommen. Auch dort stieg das Risiko mit der Wohnorthöhe. Es war jedoch weitgehend auf Kinder beschränkt, die auf dem Bauch liegend schliefen (Arch Dis Child 1998; 79: 506-509). Auch in Colorado ist es seit dem Beginn der „Back to Sleep“-Kampagne zu einem deutlichen Rückgang der Inzidenz von 1,99 auf 0,57 pro 1.000 Lebendgeburten gekommen.

Die Zahlen zeigen zugleich, dass das absolute Risiko für die Kinder auch in alpinen Regionen gering ist, und für Katz gibt es keinen ernsthaften Grund, den Wohnort nach der Geburt der Kinder zu wechseln.

© rme/aerzteblatt.de

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