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Medizin

Risiko­modell hilft Ärzten bei der Hepatitis-C-Behand­lung

Mittwoch, 27. Mai 2015

Ann Arbor – Eine neues Modell zur Risikostratifizierung könnte Klinikern in Zukunft die Entscheidung erleichtern, welche Patienten mit einer Hepatitis C am vordringlichsten die neuen Polymeraseinhibitoren benötigen. Monica Konerman und ihre Arbeitsgruppe an der University of Michigan Health System berichten darüber in Hepatology (doi:10.1002/hep.27750).

Seit Einführung der neuen Wirkstoffe in der Hepatitis-C-Behandlung ist die Therapie für die Patienten gut verträglich und führt in der überwiegenden Mehrheit der Fälle zur Heilung. Ein großes Problem sind jedoch die hohen Kosten. Eine einzige Tablette wird mit rund 1000 Euro veranschlagt. Gesamtkosten von etwa 44.000 bis 100.000 Euro entstehen so pro Patient. Modelle die helfen die Patienten zu identifizieren, welche die Therapie am dringendsten benötigen, könnten nach Auffassung der Autoren wichtige Dienste leisten.

Die Forscher nutzten Daten der Hepatitis C Antiviral Longterm Treatment Against Cirrhosis Studie. Sie konnten mit Hilfe der Studie ein Modell etablieren, welche unterschiedliche Verlaufsparameter der Erkrankung einbezieht. Die relevanten Outcomes des Modells sollten erstens die Progression der Leberfibrose und zweitens das Auftreten klinisch relevanter Ereignisse sein. Prädiktoren für die Ereignisse stellten klinische Merkmale der Patienten, histologische Ergebnisse und Laborparameter dar.

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Die Forscher konnten mit Hilfe ihres Rechenmodells Risikogruppe erstellen, welche eine Aussage über die Wahrscheinlichkeit für klinische Ereignisse machten. In der Niedrigrisikogruppe hatten Patienten innerhalb der nächsten zwölf Monate lediglich ein Risiko von sechs Prozent, dass die Fibrose voran schreitet, gegenüber 56 Prozent in der höchsten Risikogruppe.

Idealerweise würden natürlich alle Patienten mit den neuen Wirkstoffen behandelt, so die Wissenschaftler. So lange jedoch zentrale Fragen zur Finanzierung und Verfügbarkeit der Medikamente unklar seien, könnten mit Hilfe des Risikorechners die dringlichsten Fälle behandelt werden. © rme/aerzteblatt.de

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