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Vermischtes

Bayer-Konzern spaltet sich auf

Mittwoch, 27. Mai 2015

Marijn Dekkers /dpa

Köln – Die Proteste von Umweltschützern und Pharma-Kritikern am Tag des Haupt­versammlung der Bayer AG haben Tradition: Am Mittwoch demonstrierten vor dem Eingang der Kölner Messe Aktivisten mit Transparenten wie „Bayer-Pestizide gefährlich für Bienen“ und „Duogynon-Opfer klagen an!“. Proteste, unter anderem auch gegen eine Kohlenmonoxid-Pipeline zwischen den Bayer-Werken Dormagen sowie gegen die Kunststoff-Produktion wegen der Gesundheitsrisiken durch Plastikmüll im Meer, artikulierten Redner auch in der Aktionärsversammlung.

Ebenfalls traditionell antwortete der Vorstand zumeist defensiv mit vorgefertigten Sprachregelungen, schon um die die eigene Rechtsposition in Gerichtsverfahren nicht zu schwächen. Das gilt auch für das Hormonpräparat Duogynon, in den Sechziger- und Siebzigerjahren von Schering als Schwangerschaftstest vertrieben: Es gebe keinen Nachweis, dass die Einnahme embryonale Fehlbildungen verursacht habe, argumentiert Bayer, das Schering aufgekauft hatte. Die Staatsanwaltschaft habe schon 1980 ihre Ermittlungen eingestellt, Zivilklagen seien abgewiesen oder zurückgezogen worden.

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Der Konzern und die Aktie haben sich in den vergangenen Jahren sehr gut entwickelt. Bayer ist mit mehr als 110 Milliarden Euro Börsenwert das teuerste deutsche Unter­nehmen. Gleichwohl beschlich einige Aktionäre während der Haupt­ver­samm­lung ein mulmiges Gefühl. Denn der Vorstandsvorsitzende Marijn Dekkers hat einen weit­reichenden Umbau des Konzerns durchgesetzt: Die nicht ganz so ertragreiche Sparte Kunststoffe, die immerhin mehr als ein Viertel zu 42,2 Milliarden Euro Konzernumsatz beisteuert, wird bis zum 1. September in ein eigenes Unternehmen verselbständigt und bis Mitte 2016 an die Börse gebracht.

Bayer will reines Life-Science-Unternehmen werden
Bayer konzentriert sich auf Arzneimittel und Agrarchemie. „Wir sind überzeugt, das Bayer als reines Life-Science-Unternehmen exzellente Wachstumsperspektiven hat“, hob Dekkers hervor. Einen Personalabbau soll es im Zuge der Aufspaltung nicht geben. Derzeit hat der Konzern knapp 119 000 Beschäftigte weltweit. Zu den vorrangigen Aufgaben gehört nach Worten Dekkers‘ die Integration der Akquisitionen auf dem Gebiet der rezeptfreien  Arzneimittel: Mit dem Kauf von Dihon Pharmaceutical (China) und der Selbstmedikationssparte der amerikanischen Merck & Co. liegt Bayer hier auf Platz zwei der Weltrangliste, möchte aber auf Rang eins vorstoßen.

Für den Aufsichtsrat hatte Bayer schon im vergangenen Herbst zusätzliches wissen­schaft­liches Know-how gewonnen: Otmar D. Wiestler, seit 2004 Vorstandsvorsitzender und wissenschafticher Stiftungsvorstand des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg, ist einer der profiliertesten deutschen Forschungsmanager.

Der Arzt hat beispielsweise die Gründung des Deutschen Konsortiums für Translationale Krebsforschung vorangetrieben, das als Verbund des DKFZ mit sieben Unikliniken Forschungsergebnisse schneller zu Therapieansätzen weiterentwickeln will, die Patienten zugutekommen. Wiestler, der im September in die Position des Präsidenten der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren wechselt, war zunächst gerichtlich als Aufsichtsrat bestellt worden und wurde nun von der Bayer-Haupt­ver­samm­lung bis 2020 gewählt. © Stü/aerzteblatt.de

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