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Medizin

Chile: Gallenblasenkrebs durch Aflatoxine

Mittwoch, 27. Mai 2015

Santiago – Der Konsum von mit Aflatoxinen kontaminierten Speisen ist vermutlich für die ungewöhnlich hohe Rate von Gallenblasenkrebs in Chile verantwortlich. Dies berichtet eine Arbeitsgruppe des Landes im US-amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2015; 313; 2075-2076).

Karzinome der Gallenblase treten in Chile sehr häufig auf. Bei Frauen sind sie noch vor Malignomen von Brust, Lungen oder Gebärmutterhals die häufigste Krebstodesursache. Bei Männern ist die Sterberate halb so hoch, damit aber immer noch deutlich höher als in anderen Ländern. Am häufigsten betroffen sind ärmere Schichten und hier vor allem die indigenen Mapuche.

Die Gründe waren bislang unbekannt. Im Verdacht steht allerdings Aji rojo, ein aus roten Chilischoten hergestellter Pfeffer, der häufig mit Schimmelpilzen kontaminiert ist. Schimmelpilze produzieren Aflatoxine, die bereits in einer geringen Konzentration eine krebsauslösende Wirkung haben. Bislang wurden Aflatoxine vor allem mit Leberkrebs in Verbindung gebracht.

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Catterina Ferreccio von der Päpstlichen Katholischen Universität in Santiago und Mitarbeiter fanden jetzt jedoch überzeugende Hinweise dafür, das Aflatoxine auch Gallenblasenkrebs verursachen können. Die Forscher konnten Addukte, die Aflatoxine mit Albuminen im Blut bilden, bei 23 von 36 Patienten (67 Prozent) mit Gallenblasenkrebs nachweisen. Bei Patienten mit Gallensteinen wurden die Addukte nur zu 18 Prozent und in einer dritten Gruppe von Gesunden nur zu 23 Prozent nachgewiesen. Die Konzen­tration der Addukte war bei den Gallenblasen-Patienten mehr als doppelt so hoch wie in den beiden Kontrollgruppen.

Trotz der geringen Fallzahl sind die Ergebnisse eindeutig. Die Forscher können zwar nicht mit letzter Sicherheit ausschließen, dass das Krebsleiden die Bildung der Addukte verursacht hat (reverse Kausalität). Die Addukte können allerdings nur entstehen, wenn Aflatoxine mit der Nahrung aufgenommen werden. © rme/aerzteblatt.de

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