NewsPolitikDebatte um Uniklinikum Gießen-Marburg im hessischen Landtag
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Debatte um Uniklinikum Gießen-Marburg im hessischen Landtag

Donnerstag, 28. Mai 2015

Wiesbaden – Hessens Regierungschef spricht empört von einer unredlichen „Wahlkampfunterstützungsaktion”, dagegen hält die Opposition Volker Bouffier (CDU) für „verantwortungslos”. Wieder einmal hat das privatisierte Uniklinikum Gießen-Marburg (UKGM) dem Landtag am Donnerstag eine erregte Debatte beschert. Dieses Mal ging es um die Personalsituation am Marburger Standort.

Betriebsräte hatten in einem Brief an Bouffier Anfang Mai die Überlastung der Beschäf­tigten und die hohe Zahl von Überstunden beklagt. Der aus Gießen kommende Kabinettschef verwies dagegen vergangene Woche auf den kontinuierlichen Stellen­aufbau am Klinikum. SPD und Linke hielten ihm deswegen vor, sich nicht um die Probleme in Marburg zu kümmern.

Das UKGM habe mehr Beschäftigte denn je und stehe besser da als je zuvor, sagte Bouffier in der hitzigen Landtagsdebatte. Er räumte zwar Strukturprobleme ein. Diese hätten jedoch derzeit auch alle anderen öffentlichen deutschen Unikliniken, da sie zu wenig Geld für ihre Leistungen erhielten. Der SPD warf Bouffier vor, aus „kurzfristigen parteipolitischen Interessen” eine „Erfolgsgeschichte” schlechtzureden. Der Regierungschef meinte damit die Kandidatur des SPD-Abgeordneten Thomas Spies bei der OB-Wahl am 14. Juni in Marburg.

Anzeige

Der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Fraktion drehte den Spieß um und nannte Bouffier „verantwortungslos”. Er habe ungeprüft die Zahlen des UKGM-Betreibers, der Rhön-Klinikum AG, übernommen. Tatsache sei, dass die Lasten am Klinikum weit stärker gestiegen seien als die Zahl der Beschäftigten.

Linke-Fraktionschefin Janine Wissler hielt Bouffier vor, vergangene Woche seine Stellungnahme zur Personalsituation von der Homepage des Klinikbetreibers wörtlich „abgeschrieben” zu haben. Bouffier solle sich ein Bild vor Ort machen. Die mitre­gierenden Grünen warfen dagegen der Opposition „Schwarz-Weiß-Malerei” und Beschimpfung vor.

Es sei jetzt Aufgabe des Bundes, sich mehr für die Unikliniken zu engagieren, verlangte der Abgeordnete Daniel May. © dpa/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

22. Oktober 2020
Regensburg – Das Universitätsklinikum Regensburg (UKR) hat ein positives Zwischenfazit eines Projektes gezogen, das ausländische Fachkräfte bei der Integration in den Klinikablauf unterstützen soll.
Strategie zur Integration ausländischer Fachkräfte bewährt sich am Universitätsklinikum Regensburg
15. Oktober 2020
Jena – Die Deutsche Forschungsgemeinschaft unterstützt eine neue Forschungsgruppe, die Chirurgie und Hepatologie, Bildgebung, Bioinformatik und Datenwissenschaften miteinander verbindet. Die Ärzte und
Lebermodell soll Chirurgen bei Planung großer Operationen unterstützen
9. Oktober 2020
Mannheim – In Baden-Württemberg soll durch die Fusion der Unikliniken Mannheim und Heidelberg ein Krankenhaus im Format der Berliner Charité entstehen. Das Haus mit mehr als 3.300 Betten soll das
Unikliniken Mannheim und Heidelberg stellen Konzept für Fusion vor
9. Oktober 2020
Berlin – Die Berliner Charité und die Universitätsklinik in Frankfurt am Main haben vor einem Personalmangel auf Intensivstationen bei der Bekämpfung der Coronapandemie gewarnt. Der an der Charité für
Unimediziner warnen vor Personalmangel auf Intensivstationen
6. Oktober 2020
Mannheim – Die Universitätsklinik Heidelberg und das Mannheimer Unikinikum wollen sich zusammenschließen und in die alleinige Trägerschaft des Landes Baden-Württemberg übergehen. Erstellt wurden die
Unikliniken Mannheim und Heidelberg sollen Anfang 2022 fusionieren
1. Oktober 2020
Berlin – Aus den deutschen Universitätskliniken kommen Warnungen vor einer Zuspitzung der Coronapandemie in Deutschland. Die Situation sei „noch nicht dramatisch“, bedürfe aber einer „sehr ernsthaften
Unikliniken mahnen bei Coronakrise zur Wachsamkeit
23. September 2020
Düsseldorf – Nach einer Hackerattacke hat sich die Uniklinik Düsseldorf heute wieder für die Notfallversorgung angemeldet. Damit könne der Rettungsdienst die Zentrale Notaufnahme wieder anfahren,
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER