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Medizin

Orale Kontrazeptiva: Höheres Thromboserisiko in neueren Präparaten

Freitag, 29. Mai 2015

dpa

Nottingham – Orale Kontrazeptiva mit neueren Gestagenen erhöhen das Risiko auf eine venöse Thromboembolie deutlich stärker als ältere Kombinationspräparate. Dies zeigt die Auswertung aus zwei britischen Patientenregistern im Britischen Ärzteblatt (BMJ 2015; 350: h2135).

Das erhöhte Risiko der neuen Präparate war bereits in früheren Untersuchungen aufgefallen. Die Studie von Yana Vinogradova und Mitarbeitern liefert jedoch aktuelle Ergebnisse aus den Jahren 2001 bis 2013, die sich zugleich auf die bisher größte Datenbasis aller Studien stützen kann. In „QResearch“ und in der „Clinical Practice Research Datalink“, die beide auf die elektronischen Krankenakten von britischen Allgemeinärzten Zugriff haben, wurden in dieser Zeit mehr als 15.000 Fälle einer venösen Thromboembolie registriert. Vinogradova stellte 10.562 Patienten der vierfachen Anzahl von Kontrollen gegenüber und konnte auf diese Weise eine exakte und statistisch verlässliche Risikoberechnung durchführen.

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Für die Gesamtgruppe aller kombinierten oralen Kontrazeptiva ermittelte sie eine adjustierte Odds Ratio von 2,97 (2,78-3,17). Bei den neueren Präparaten mit Desogestrel (Odds Ratio 4,28; 3,66-5,01), Gestoden (Odds Ratio 3,64; 3,00-4,43), Drospirenon (Odds Ratio 4,12; 3,43-4,96) oder Cyproteronacetat (Odds 4,27; 3,57-5,11) war das Risiko deutlich höher als bei den älteren Präparaten mit Levonorgestrel (Odds Ratio 2,38; 2,18-2,59), Norethisteronacetat (Odds Ratio 2,56; 2,15-3,06) oder Norgestimat (2,53; 2,17-2,96).

In absoluten Zahlen bedeutet dies, dass auf 10.000 Frauen, die ein Jahr lang ein Präparat mit Desogestrel oder Cyproteronacetat einnehmen, 14 zusätzliche venöse Thromboembolien kommen. Bei Levonorgestrel und Norgestimat sind es dagegen nur 6 zusätzliche venöse Thromboembolien auf 10.000 Anwenderinnenjahre. © rme/aerzteblatt.de

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