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Politik

Rauchen ist out – aber weiterhin ein Problem

Freitag, 29. Mai 2015

dpa

Berlin/Köln/Wiesbaden/Hannover – Immer weniger junge Menschen rauchen. Darauf hat das Statistische Bundesamt vor dem Weltnichtrauchertag am 31. Mai hingewiesen. Bei den 15- bis 19-jährigen Männern erhöhte sich der Anteil der Nichtraucher demnach von 2005 bis 2013 auf 84 Prozent, bei den gleichaltrigen Frauen auf 89 Prozent.

Allerdings spielen E-Zigaretten und sogenannte E-Shishas bei Jugendlichen offenbar eine immer größere Rolle. Diese basieren auf dem Erhitzen eines Chemikaliengemischs, bestehend aus einer Trägerflüssigkeit, Aromastoffen und meistens auch Nikotin. Da E-Zigaretten erst seit wenigen Jahren auf dem Markt sind, sind mögliche gesundheitliche Langzeitschäden noch nicht abschließend erforscht. Kurzfristig kann es zu Atemwegs­irritationen und allergischen Reaktionen kommen, zudem wirkt beigefügtes Nikotin neurotoxisch und steht im Verdacht Krebs zu erzeugen. E-Shishas sind meist bunt bedruckt und in verschiedenen Geschmacksrichtungen wie Mango, Apfel oder Bubble Gum erhältlich.

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90 Prozent der Jugendlichen kennen E-ZIgaretten
Laut einer Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) kennen neun von zehn Jugendlichen im Alter zwischen 12 und 17 Jahren E-Zigaretten, 15 Prozent haben sie schon einmal ausprobiert. E-Shishas sind 73 Prozent der 12- bis 17-jährigen Jugendlichen ein Begriff. 21 Prozent der 12- bis 17-Jährigen haben sie schon mindestens einmal konsumiert. „Rauchen ist mehr und mehr out. Die aktuellen Daten der BZgA-Studie zeigen jedoch auch, dass bunte, peppige E-Shishas und E-Zigaretten eine große Anziehungskraft auf Kinder und Jugendliche ausüben und diesen positiven Trend umkehren können“, kommentierte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU), die Befragungsergebnisse.

Sie bekräftigte ihre Forderung nach einem Verbot der Produkte: „Meine Forderung, das Abgabe- und Rauchverbot im Jugendschutzgesetz, das aktuell nur für Tabakwaren gilt, auf alle elektronischen Produkte auszuweiten, hat die Bun­des­fa­mi­lien­mi­nis­terin aufgegriffen und bereits eine entsprechende Änderung des Jugendschutzgesetzes angekündigt“, sagte sie.

Memorandum fordert klare gesetzliche Regelungen
Ein entsprechendes Memorandum der Deutschen Krebshilfe und des Aktionsbündnisses Nichtrauchen unterstützt die Bundes­ärzte­kammer (BÄK) gemeinsam mit 45 weiteren medizinischen Fachgesellschaften. Das Memorandum fordert einen wirksamen Verbraucher- und Jugendschutz und klare gesetzliche Regelungen für diese Produkte. Dazu gehören eine Regulierung unter den Nichtraucherschutzgesetzen, eine Tabakprodukten entsprechende Besteuerung, ein vollständiges Werbeverbot sowie ein Verkaufsverbot an Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren.

„Mit E-Zigaretten werden Verhaltensmuster wie beim Rauchen von Tabakzigaretten eingeübt, und der Einstieg wird durch kindgerechte Aromabeimengungen wie Kakao, Kokos oder Aprikose erleichtert. Enthalten sie zudem Nikotin, kann schnell auch eine körperliche Abhängigkeit entstehen. Deshalb brauchen wir klare gesetzliche Regeln für solche Produkte“, sagte der BÄK-Präsident Frank Ulrich Montgomery.

Immer mehr Frauen sterben an den Folgen des Rauchens
Das Statistische Bundesamt wies zudem, dass immer mehr Frauen an den Folgen des Rauchens sterben. An Krebserkrankungen, die mit dem Tabakkonsum in Verbindung gebracht werden können, starben danach 15.370 Frauen im Jahr 2013 und damit deutlich mehr als im Jahr 2005 mit 11.870 Frauen. Bei den Männern gab es im Vergleich zum Jahr 2005 kaum Veränderungen. 2013 starben in Deutschland 30.962 Männer an Krebserkrankungen im Zusammenhang mit dem Rauchen. Allerdings bezogen die Statistiker hier nur Krebserkrankungen der Atemwege ein, nicht aber zum Beispiel Harnblasentumore.

Ex-Raucher sind gesünder und zufriedener als Raucher – das berichtet der Bundes­verband der Arzneimittel-Hersteller (BAH) auf der Basis von Umfrageergebnisse. Danach weisen auf einer Skala von 1 bis 10 des Deutschen Gesundheitsindex ehemalige Raucher mit 6,8 einen höheren Wert als Raucher (6,6) auf. An der Spitze und mit einem überdurchschnittlichen Gesundheitsindex stehen die Nicht-Raucher mit einem Wert von 6,9. „Menschen, die aufgehört haben zu rauchen, fühlen sich gegenüber Rauchern generell zufriedener und rund um wohler (55 Prozent zu 47 Prozent). Im Vergleich dazu fühlen sich 59 Prozent der Nichtraucher rundum wohl“, berichtet der Verband.

© hil/aerzteblatt.de

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