NewsÄrzteschaftKBV sieht Versorgungs­stärkungsgesetz weiter kritisch
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

KBV sieht Versorgungs­stärkungsgesetz weiter kritisch

Montag, 1. Juni 2015

Berlin – Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat Änderungen im geplanten Versorgungsstärkungsgesetz begrüßt, kritisiert aber, dass die Politik grundsätzlich an der Aufkaufregelung und den Terminservicestellen festhalte. „Die offensichtbarste Änderung ist natürlich die Anhebung der Grenze zur Aufkaufregelung von 110 auf 140 Prozent“, erläutert der Vorstandsvorsitzende der KBV, Andreas Gassen, im Interview mit KV-On, dem Web-TV der KBV und der Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen).

Er bezieht sich damit auf eine Änderung, nach der erst ab einem Versorgungsgrad von 140 Prozent die Aufkaufregelung gelten soll. „Insofern ist hier eine gewisse Entschärfung eingetreten, nichtsdestotrotz ist es aus Sicht der KBV weiterhin ein untaugliches Instrument, um Ärzte anders zu verteilen, als das im Moment der Fall ist“, so Gassen. Der KBV-Chef kritisiert, unabhängig vom Versorgungsgrad sei es nicht zielführend, für Praxisaufkäufe eine Soll-Regelung einzuführen.

Gassen kritisiert außerdem, dass die Terminservicestellen weiterhin im Gesetzentwurf stünden. „Aus meiner Sicht eine völlig unsinnige und populistische Regelung, denn wir sind in der Tat, was Wartezeiten angeht, Weltmeister – insofern gibt es überhaupt keinen sachlichen Grund für eine solche Regelung“, sagte er.

Anzeige

Immerhin habe die Große Koalition den Gesetzentwurf in vielen Punkten entschärft und angepasst, was belege, dass die KBV sehr wohl in der Lage sei, auf Politik Einfluss zu nehmen. „Das ist immer am einfachsten, wenn man gute Sachargumente hat und ich glaube in diesem Fall waren die Sachargumente eindeutig auf Seiten der KBV“, sagte Gassen.

Der KBV-Vorsitzende rief die Selbstverwaltung dazu auf, sich auf ihre Stärken zu besinnen und in Versorgungsfragen proaktiv zu werden und nicht nur auf Gesetzesvorschläge zu reagieren. © hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

18. Oktober 2019
München – Bayerns Ge­sund­heits­mi­nis­terin hat darauf gedrängt, dass der Bund zügig die regionalen Fehlverteilungen beim Wettbewerb der Krankenkassen abbaut. Eine rasche und nachhaltige Reform des
Bayern wünscht sich mehr Fairness beim Kassenwettbewerb
29. August 2019
Berlin – In der Krankenkassenlandschaft besteht weiterhin große Sorge über die möglichen Auswirkungen über das geplante Faire-Kassenwahl-Gesetz. Mit dem Gesetzeswerk will Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter
Krankenkassen in Sorge vor Gesetzgebung
28. Juni 2019
Hamburg/Berlin – Die Bundesländer sträuben sich weiter mit Nachdruck gegen die bundesweite Öffnung der Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOKen) und eine bundeseinheitliche Aufsicht, die ihnen ihre
Öffnung der Ortskrankenkassen: Länder schreiben erneut Brief an Spahn
25. Juni 2019
Berlin – Bei einer möglichen Halbzeitbilanz für die Große Koalition sieht SPD-Fraktionsvize Karl Lauterbach die Gesundheits- und Pflegepolitik sehr gut aufgestellt. „Wir haben fast 90 Prozent der
Lauterbach zieht positive Gesetzesbilanz zur Sommerpause
25. Juni 2019
Düsseldorf – Die Bürger in Deutschland wissen zu einem größeren Teil nur wenig über die Terminservicestellen bei den Kassenärztlichen Vereinigungen, die einen schnellen Termin beim Facharzt
13 Prozent der Versicherten haben Terminservicestellen genutzt
21. Juni 2019
Berlin – Das geplante Faire-Kassenwahl-Gesetz hat einen Keil zwischen die Vertreter der unterschiedlichen Krankenkassenverbände getrieben. Der bisher übliche und jahrelange heftig Streit über den
Drei Kassenchefs wehren sich gegen Vorwürfe der AOKen
21. Juni 2019
Berlin – Der Präsident der Bundes­ärzte­kammer (BÄK), Klaus Reinhardt, tritt für eine finanzielle Selbstbeteiligung von Patienten gegen übermäßig häufige Arztbesuche ein. „Bei mehrfachen und völlig
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER