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Ärzteschaft

Bereitschaft zur Organspende steigt

Montag, 1. Juni 2015

dpa

Berlin/Köln – Die Menschen in Deutschland stehen einer Organspende grundsätzlich positiv gegenüber. 71 Prozent sind grundsätzlich damit einverstanden, dass man ihnen nach ihrem Tod Organe und Gewebe entnimmt. 2013 waren es 68 Prozent. Das zeigt die Umfrage „Einstellung, Wissen und Verhalten der Allgemeinbevölkerung zur Organ- und Gewebespende in Deutschland“. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat sie heute veröffentlicht.

„Trotzdem stirbt alle acht Stunden ein Mensch, weil kein passendes Organ zur Verfügung steht. Denn viele halten weder ihren Willen schriftlich fest, noch teilen sie ihre Entschei­dung ihren Angehörigen mit“, sagte Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Hermann Gröhe (CDU). Er forderte, jeder solle sich informieren, bewusst entscheiden und mit der eigenen Familie darüber sprechen. „Denn diese Entscheidung kann Leben retten“, so der Minister.

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Laut der BZgA steigt seit 2012 in Deutschland die Zahl der Personen, die einen Organ­spendeausweis ausgefüllt haben: Hatten 2012 lediglich 22 Prozent ihre Entscheidung zur Organ- und Gewebespende entsprechend dokumentiert, waren es 2013 schon 28 Prozent. Dieser Trend setzt sich in 2014 fort – inzwischen besitzen 35 Prozent der Befragten einen Organspendeausweis. 86 Prozent von ihnen stimmt einer Organ- und Gewebespende zu. Sieben Prozent benennen eine andere Person, die im Todesfall über eine Organ- und Gewebespende entscheiden soll. Lediglich vier Prozent dokumentieren ihren Widerspruch im Organspendeausweis.

Auf die Frage nach den Motiven für eine Organ- und Gewebespende sagten 64 Prozent aller Befragten, dass sie anderen Menschen helfen wollten. Für 45 Prozent ist die Entlastung ihrer Angehörigen eine wichtige Spendenmotivation. Zwölf Prozent der Befragten lehnen eine Organ- und Gewebespende ab, weil sie den Missbrauch durch Organhandel fürchten.

Laut der Befragung sind Information und Aufklärung weiterhin in großem Umfang nötig. Denn mehr als die Hälfte der Befragten (57 Prozent) fühlt sich zum Thema Organ- und Gewebespende der Befragung zufolge weniger gut bis schlecht informiert.

Steigende Organspendezahlen in Niedersachsen
Die gestiegene Bereitschaft schlägt sich mittlerweile offenbar auch in steigenden Organspendezahlen nieder. Das berichtet das Niedersächsische Sozialministerium. Danach ist erstmals seit vier Jahren die Zahl der Organspenden wieder gestiegen – 269 Spenderorgane von 72 Spendern wurden 2014 in niedersächsischen Krankenhäusern transplantiert. Auch in den ersten vier Monaten 2015 habe sich der positive Trend fortgesetzt: Im Zeitraum von Januar bis Ende April gab es landesweit 29 Spender, im Vorjahreszeitraum seien es 21 gewesen.

Auf der Liste der Menschen, die auf ein lebensrettendes Organ warten, stehen in Niedersachsen derzeit über 900 Patienten. © hil/aerzteblatt.de

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