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Medizin

Mundbodenkarzinom: Studie bestätigt Nutzen der elektiven Neck Dissection

Montag, 1. Juni 2015

Mumbai – Bei Patienten mit Mundbodenkarzinom wird häufig auch dann eine Ausräumung der Halslymphknoten vorgenommen, wenn klinisch keine Hinweise auf Lymphknotenmetastasen bestehen. Der Nutzen dieser elektiven Neck Dissection wird durch eine randomisierte Studie aus Indien bestätigt, die auf der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology in Chicago vorgestellt und im New England Journal of Medicine (2015; doi: 0.1056/NEJMoa1506007) publiziert wurde.

Am Tata Memorial Hospital in Mumbai werden seit über zehn Jahren Patienten mit Mundbodenkarzinom (Lokalisation zu 85 Prozent Zunge) im Stadium T1 oder T2 ohne klinischen Befall der Halslymphknoten auf eine elektive Neck Dissection bei der Primäroperation oder auf eine abwartende Haltung randomisiert. Die mediane Nachbeobachtungszeit der ersten 500 Patienten beträgt mittlerweile 39 Monate, und nach den jetzt von Anil d’Cruz vorgestellten Ergebnissen sind bereits Vorteile der elektiven Neck Dissection erkennbar.

In dem Arm mit der vorbeugenden Halslymphknotenausräumung ist es zu 81 Rezidiven und 50 Todesfällen gekommen gegenüber 146 Rezidiven und 79 Todesfällen nach einer therapeutischen Dissektion nach Auftreten von Rezidiven. D’Cruz errechnet eine 3-Jahres-Überlebensrate von 80,0 Prozent nach der elektiven Neck Dissection gegen­über 67,5 Prozent nach therapeutischer Dissektion.

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Die Rate Ratio von 0,64 war mit einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 0,45 bis 0,92 signifikant. Sie bedeutet, dass auf acht Patienten mit elektiver Neck Dissection einer kommt, dem durch den vorbeugenden Eingriff das Leben gerettet wurde (Number needed to treat, NNT). Auch im Endpunkt krankheitsfreies Überleben nach 3 Jahren war die elektive Neck Dissection mit 69,5 Prozent gegenüber 45,9 Prozent im Vorteil. Die NNT beträgt hier 4.

Die Neck Dissection, die vor nunmehr hundert Jahren von dem US-Chirurgen George Crile entwickelt wurde, ist seit langem ein Routineeingriff mit einem geringen Sicherheitsrisiko. Laut d’Cruz kam es bei 16 von 243 Patienten zu Komplikationen. In den meisten Fällen waren es Blutungen, Hämatome oder Folgen der Strahlentherapie.

© rme/aerzteblatt.de

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Avatar #612077
EEBO
am Samstag, 6. Juni 2015, 11:39

Es ist diesbezüglich auf der

Webseite von Prof. RoSS mit Doppel-S nichts dazu finden. Etwas wacher als Sie bin ich schon. Immerhin können Sie, lieber Herr/Frau Bernett, nicht einmal eine belastbare Quelle für Ihre Tagträumereien angeben: Was mich auch nicht wundert, denn wie die Literatuliste des Profs selbst ausweist, forscht er nicht selber daran, sondern hat seine Überlegungen wohl "nur mal so" in den Raum gestellt. Gibt man bei Pubemd seinen Namen ein, so stößt man auf: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4014699/ - ein frei verfügbares Paper, daß sehr schön den aktuellen Forschungsstand (mitsamt Fallstricken) widerspiegelt.

Aber ich liefere gerne mehr, denn daß in vitro (wohlgemerkt: im Reagenzglas) und auch teilwese in vivo (wohlgemerkt: in der Maus, nicht im Menschen) solche Versuche tatsächlich funktionieren, ist eine Tatsache, und ja, gelegentlich auch mit Folsäure, und offensichtlich scheinen Nanopartikel aus Gold (neben Ruthenium, Gadolinium, Titan) eine Rolle zu spielen - http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed - Suchworte radiosensitization metal.
Ein frei verfügbarer Artikel hierzu: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4069802/ .

Also: ein faszinierendes Forschungsfeld, jedoch eben Grundlagenforschung!! Und wenn Sie, Herr/Frau Bernett, stets und ständig bei jedem Beitrag, in dem das Wort Krebs vorkommt, den Rufer in der Wüste spielen, dann ist das schon bizarr und zeigt, wie undifferenziert Sie vorgehen.
Avatar #690938
Bernett
am Samstag, 6. Juni 2015, 08:04

Ross bleibt Ross, hat nichts mit Rost zu tun!

Sie haben offenbar nicht akzeptiert, dass Prof. Ross die Folsäure als Tumor- Targeting- Vektor auch für Drug Delivery Systeme propagiert, z.B. zur Einbringung von Chemotherapeutika in die Krebszellen. Auch andere Forscher, wie man im Internet nachlesen kann, sind der gleichen Ansicht.
Bevor man in der Diskussion jemanden als Ahnungslosen bezeichnet, sollte man vorsichtigerweise etwas früher aufstehen und wesentlich mehr Literatur studieren!
Avatar #612077
EEBO
am Freitag, 5. Juni 2015, 22:39

Liebe(r) Bernett,

wenn Sie eigenwillige Thesen aufstellen, dann verlinken Sie doch gerne mal die Website des Prof. Rost: http://www.kernchemie.uni-mainz.de/radiopharmazie-ross/117_DEU_HTML.php - es geht hier um einem möglichen Nutzen markierter Folsäure in der PET-Bildgebung! NICHT um irgendwelche Zellsensibilisierung.
Im Gegensatz dazu mal ein hübsches Beispiel für eine relativ zielgerichtete Bestrahlung: http://de.wikipedia.org/wiki/Ibritumomab-Tiuxetan - hier geht es allerdings um das Anbringen der radioaktiven Substanz an die Zelle und NICHT um eine Sensibilisierung für eine Bestrahlung "von außen". Außerdem ist Yttrium ein Leichtmetall, aber das nur nebenbei bemerkt.
Ich habe schon zuvor (http://www.aerzteblatt.de/forum/114256#entry114256) eine mögliche identität von Herrn/Frau Bernett ins Spiel gebracht. Natürlich kann es sein, dass ich mich damit irre, aber auf jeden Fall ist er/sie weder Nuklearmediziner, noch Strahlentherapeut oder Onkologe im allgemeinen, sondern einfach nur ahnungs- und verständnislos.
Avatar #106067
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Freitag, 5. Juni 2015, 12:29

Das Forschungsmotto von Prof. Tobias Rost!

Prof. Tobias Ross von der Johannes Gutenberg Universität Mainz hat ein hervorragendes Motte für seine Forschungen:
Research - "I would have understood many things if no-one had explained them to me"
Stanislaw Jerzy Lec

Wie schön, wenn das inhaltlich auch von Bernett bei seinen/ihren (?) unbedarften Kommentaren beachtet würde.
MfG
Avatar #690938
Bernett
am Freitag, 5. Juni 2015, 00:41

Prof. Tobias Ross wird das nicht so lustig finden!

Prof. Tobias Ross von der Gutenberguniversität in Mainz veröffentlichte schon 2011 die theoretischen Grunlagen, nämlich, dass an der Krebszellenoberfläche vieler Krebsarten ein Vielfaches an Folsäure- Rezeptoren im Vergleich zu normalen Zellen vorhanden sind und Folsäure dadurch als sogenanntes Targeting- Molekül zum Transport von therapeutischen Agentien in die Krebszellen verwendet werden kann, z.B. von radioaktiven Isotopen. Bitte, vor geringschätzigen Behauptungen nächstes Mal vorher Informationen einholen!
Avatar #612077
EEBO
am Donnerstag, 4. Juni 2015, 20:14

Auch hier gilt

das gute alte Motto: "Nicht einmal ignorieren!"
Avatar #106067
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Donnerstag, 4. Juni 2015, 19:23

Oh weh, das "Bernett"-Syndrom

hat wieder zugeschlagen? Ja sind es denn nun "Radio- oder Fernseh-sensitive" zelluläre Schweratome selbst oder die Nanopartikel von Schwermetallatomen? Bzw. wie schafft es die Folsäure, Schwermetalle nur in Tumorzellen und nicht in gesunde Zellen zu transportieren?

Ich vermute eher, Bernett möchte als "Radiosensitizer"- und Folsäure-Impressario ins Fernsehen.
Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
Avatar #690938
Bernett
am Donnerstag, 4. Juni 2015, 11:04

Rezidiv könnte durch zellulären Schweratom- Radiosensitizer verhindert werden

Die hochsignifikante Wirksamkeit von Schwermetallnanopartikeln als Radiosensitizer ist bereits in vitro erwiesen. Folsäure als tumorzellenaffines Trägermolekül könnte ein hier angehängtes Schwermetall in die Tumorzellen transportieren und so als physikalisch wirksamer Radiosensitizer fungieren. So könnten die Ergebnisse der Tumorbehandlung noch deutlich verbessert werden.
LNS

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