NewsPolitikAbsatz der „Pille danach“ um ein Viertel gestiegen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Absatz der „Pille danach“ um ein Viertel gestiegen

Dienstag, 2. Juni 2015

Waldems-Esch – Der Absatz von Notfallkontrazeptiva ist um rund ein Viertel gegenüber den absatzstärksten Monaten 2014 gestiegen, seit die sogenannte Pille danach rezeptfrei in Apotheken erhältlich ist. Darauf hat der Statistikdienstleister Insight Health hingewiesen.

Im Verlauf des letzten Jahres lagen die Präparate zur Notfallverhütung auf einem relativ konstanten Level zwischen monatlichen Absätzen von 37.000 und 44.000 abgegebenen Packungen. Nachdem das erste Präparat Mitte März 2015 rezeptfrei wurde, stiegen die Absätze: Mit über 50.000 abgegebenen Packungen war er bereits im März überdurch­schnittlich hoch. Im April stiegen die Absätze um weitere zehn Prozent auf über 55.000 ausgegebene Packungen.

Die Entlassung aus der Rezeptpflicht Mitte März zeigt sich deutlich im Wechsel von der Ausgabe auf Rezept hin zur Selbstmedikation. Während der Anteil der Selbstmedikation im März noch bei 46 Prozent lag, stieg er im April auf einen Anteil von 78 Prozent.

Anzeige

Im Vergleich der Bundesländer weisen die Stadtstaaten Hamburg, Berlin und Bremen die höchste Abgabe pro Einwohner auf. Im April war die Ausgabe der Pille danach pro Einwohner in Berlin fünfmal so hoch wie im umliegenden Brandenburg.

Fast alle ausgegebenen Packungen an Notfallkontrazeptiva in Deutschland entfallen laut Insight Health auf die beiden Marken EllaOne und Pidana des Herstellers HRA-Pharma. Während sich der monatliche Absatz der Marke EllaOne in den vergangenen sechs Monaten mehr als verdoppelte, sind bei Pidana Rückgänge von über einem Drittel monatlich abgesetzter Packungen zu verzeichnen. Diese Umsatzentwicklungen sind laut Insight Health vermutlich dem Umstand geschuldet, dass der Wirkstoff Levonorgestrel in Pidana erst im Anschluss an den Wirkstoff Ulipristal der EllaOne rezeptfrei wurde.

Der Berufsverband und die Fachgesellschaften der Gynäkologen in Deutschland sowie die Bundes­ärzte­kammer hatten vor einer schlechteren Beratungsqualität zur Notfallkontrazeption gewarnt. Insbesondere müssten die Packungsbeilagen die Empfehlung enthalten, sich bei Fragen zur Indikation, Wirkung und Nebenwirkung sowie zur Sexualität und Kontrazeption ärztlich beraten zu lassen, fordert die BÄK. Auch Apotheker müssten beim Verkauf des Medikaments auf diese Möglichkeit hinweisen.

© hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

27. Juni 2017
Warschau – Die nationalkonservative Regierung in Polen hat den Zugang zur „Pille danach“ eingeschränkt. Präsident Andrzej Duda unterzeichnete das im Mai vom Parlament verabschiedete Gesetz, nach dem
Polen schränkt Zugang zu „Pille danach“ ein
26. September 2016
London – Eine Reihe von Medikamenten, die in der Leber den Abbau von Levonorgestrel durch das Enzym CYP 3A4 beschleunigen, kann die Effektivität der Notfallkontrazeption gefährden. Darauf macht die
CYP-3A4-Induktoren: Medikamente und Naturheilmittel gefährden Notfallkontrazeption
31. März 2016
Köln – Seit einem Jahr können Frauen die „Pille danach“ rezeptfrei in der Apotheke kaufen. Die Hauptinformationsquelle bleibt aber weiterhin der Arzt. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage des
Arzt bleibt für die „Pille danach“ Informationsquelle Nummer eins
17. November 2015
Berlin - Die Verkaufszahlen der sogenannten Pille danach sind nach dem Ende der Rezeptpflicht gestiegen, um sich nach drei Monaten auf konstantem Niveau einzupendeln. Das ergeben Zahlen der
„Pille danach“ wird nach Wegfall der Rezeptpflicht häufiger verkauft
6. April 2015
München – Bayerns Ge­sund­heits­mi­nis­terin Melanie Huml (CSU) hat vor einem sorglosen Umgang mit der „Pille danach” gewarnt. Durch die seit März geltende Rezeptfreiheit dürfe nicht der Eindruck
Huml warnt vor sorglosen Umgang mit der „Pille danach”
16. März 2015
Berlin – Die Präparate zur Notfallkontrazeption EllaOne mit dem Wirkstoff Ulipristalacetat und Pidana mit dem Wirkstoff Levonorgestrel sind ab sofort rezeptfrei in Apotheken erhältlich. Eine
„Pille danach” jetzt rezeptfrei in Apotheken erhältlich
6. März 2015
Berlin – Die „Pille danach” wird künftig ohne Verschreibungspflicht in Apotheken erhältlich sein. Der Bundesrat stimmte am Freitag für die Änderung der Arzneimittelverordnung. Mitte März soll der

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Anzeige

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER