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Medizin

Neue Hirnschritt­macher-Therapie verbessert Lebensqualität bei Parkinson

Mittwoch, 3. Juni 2015

Köln – Ein neuer Hirnschrittmacher, der es ermöglicht, an acht verschiedenen Kontakt­stellen den Strom genau auf Wirkung und Nebenwirkung des Patienten anzupassen, verbessert die Lebensqualität von Patienten mit Morbus Parkinson erheblich. Das berich­tet eine internationale Arbeitsgruppe um den Kölner Neurologen Lars Timmermann in Lancet Neurology.

Die Bewegungsspezialisten konnten das System bei 40 Parkinson-Patienten in Spanien, Österreich, England, Frankreich, Italien und Deutschland in einer Multi-Center-Studie untersuchen. Bereits drei Monate nach der Operation war eine erhebliche Verbesserung der Beweglichkeit zu bemerken. Nach sechs Monaten waren die Patienten bis zu 62,4 Prozentpunkte besser beweglich als vor der Operation. Ein Jahr nach der Implantation waren die Ergebnisse auf gleichbleibend gutem Niveau.

Ähnlich starke Verbesserungen konnten die Ärzte bei den Aktivitäten des täglichen Lebens nachweisen: Die Lebensqualität der Patienten verbesserte sich nach zwölf Monaten um 33,8 Prozent vor allem in der Mobilität der Patienten, den Alltagstätigkeiten und dem körperlichen Wohlbefinden. Damit waren insbesondere die Verbesserungen der Motorik deutlich besser als in allen bislang durchgeführten Studien zu Hirnschrittmachern bei Morbus Parkinson.

Gleichzeitig konnten die Ärzte die bisher eingenommenen Medikamente bei den Patienten um 58,1 Prozent reduzieren. Die beobachteten Nebenwirkungen wie Sprechstörungen waren dagegen mit vorangegangenen Studien vergleichbar.

„Diese Studie ist der erste Schritt mit neuen, innovativen Konzepten der tiefen Hirn­stimulation für unsere Patienten den Effekt zu verbessern und Nebenwirkungen zu vermeiden“, erläuterte Timmermann gegenüber dem Deutschen Ärzteblatt.

Er betonte, dass in den nächsten Jahren weitere technische Innovationen nötig seien, zum Beispiel sogenannte Close-Loop-Systeme, die pathologische Hirnaktivität auf­nehmen und die Hirn-Stimulation intelligent anpassen. „Ich bin sehr optimistisch, dass viele neurologische und psychiatrische Erkrankungen damit ganz neue Therapie­optionen bekommen“, so Timmermann. © hil/aerzteblatt.de

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