NewsÄrzteschaftGemeinsamer Zugriff auf Patientendaten in Praxisgemeinschaften muss geregelt sein
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Gemeinsamer Zugriff auf Patientendaten in Praxisgemeinschaften muss geregelt sein

Freitag, 5. Juni 2015

Berlin – In Praxisgemeinschaften muss der Zugriff auf Patientendaten streng geregelt sein. Darauf hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) aufgrund eines Hinweises des Berliner Datenschutzbeauftragten aufmerksam gemacht. Demnach dürfen Ärzte und Psychotherapeuten in einer Praxisgemeinschaft nicht einfach Einblick in die Patienten­daten des Kollegen nehmen.

Für den gemeinsamen Zugriff auf Patientendaten in Praxisverwaltungssystemen (PVS) ist deshalb die explizite Zustimmung der betroffenen Patienten nötig. Ohne die Einverständniserklärung würde die Praxis gegen den Datenschutz verstoßen.

Der Grund für die strenge Datenschutzregelung liegt in der getrennten Berufsausübung in einer Praxisgemeinschaft. Darin schließen sich Ärzte und Psychotherapeuten mit dem Ziel zusammen, Räume, Mitarbeiter oder Technik gemeinsam zu nutzen.

Anzeige

Die Berufsaus­übung erfolgt im Gegensatz zur Berufsausübungsgemeinschaft allerdings nicht gemeinsam: Jeder Arzt versorgt seine Patienten. Deshalb ist zwischen dem Personal der einzelnen Praxen der Praxisgemeinschaft die Schweigepflicht zu wahren. Nutzt die Praxisgemeinschaft gemeinsam ein PVS, müssen spezielle Zugriffsrechte eingerichtet werden. Zudem müssen erfolgte Zugriffe später nachvollziehbar sein. Laut KBV dürfen nur im Vertretungsfall die Daten von Patienten offenbart werden, ohne dass diese zustimmen müssen.

Ob Patientendaten einer Praxis sicher und wie die Zugriffsrechte auf das EDV-System geregelt sind, können Ärzte und Psychotherapeuten in wenigen Minuten mit dem Online-Selbsttest der KBV ermitteln. Die Auswertung zeigt nicht nur wie gut die eigene Praxis ist, sondern auch wie sie im Vergleich zu anderen abgeschnitten hat. Jeder Teilnehmer erhält zudem Tipps und Empfehlungen, was noch besser gemacht werden kann. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

13. Oktober 2020
Straßburg – Der Europarat hat an europäische Regierungen appelliert, beim Einsatz digitaler Anwendungen im Kampf gegen die Coronapandemie den Datenschutz zu gewährleisten. Die Rechte auf Privatsphäre
Europarat: Regierungen müssen Datenschutz bei Corona-Apps garantieren
8. Oktober 2020
Hamburg – Die deutsche Spionageabwehr stellt im Zuge der Coronapandemie zunehmend feindselige Aktivitäten fest. So habe das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) beobachtet, „dass russische Medien auf
Verfassungsschutz beobachtet russische Desinformation über Corona
8. Oktober 2020
Berlin – Ärzte und Psychotherapeuten können ab sofort digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) verschreiben – das Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat die ersten
Apps auf Rezept: Noch viele Unsicherheiten bei Ärzten
30. September 2020
Düsseldorf – Vor dem Hackerangriff auf die Düsseldorfer Uniklinik hat es laut einem Bericht des nordrhein-westfälischen Ge­sund­heits­mi­nis­teriums an den Landtag keine konkrete Warnung vom Bundesamt für
Keine konkrete Warnung vor Hackerangriff auf Düsseldorfer Uniklinik
25. September 2020
Berlin – Schnittstellenprobleme und unterschiedliche Datenformate verhindern weiterhin, dass Wissenschaftler die in verschiedenen Gesellschaftsbereichen erhobenen anonymisierten Daten miteinander
Möglichkeiten zur Forschung mit anonymisierten Daten weiterhin zu begrenzt
23. September 2020
Düsseldorf – Nach einer Hackerattacke hat sich die Uniklinik Düsseldorf heute wieder für die Notfallversorgung angemeldet. Damit könne der Rettungsdienst die Zentrale Notaufnahme wieder anfahren,
Nach Hackerangriff: Notaufnahme der Uniklinik wieder in Betrieb
22. September 2020
Düsseldorf – Russische Hacker könnten möglicherweise für den Angriff auf das Düsseldorfer Uniklinikum verantwortlich sein. Das geht aus einem Bericht des nordrhein-westfälischen Justizministeriums
LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER