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Medizin

IARC: Neue Beobachtungsstudien stützen Evidenz der Mammographie

Freitag, 5. Juni 2015

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Lyon – Die International Agency for Research on Cancer (IARC), eine Einrichtung der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO), hat keinen Zweifel am Nutzen der Mammographie. Neue Studienergebnisse stützen laut dem Bericht einer Expertengruppe im New England Journal of Medicine (2015; doi: 10.1056/NEJMsr1504363) sogar die Ausweitung auf ältere Frauen, denen bisher nicht zum Screening geraten wird.

Die IARC hatte 2002 ein Handbuch zum Brustkrebsscreening herausgegeben. Damals wurde die Evidenz der Mammographie in der Altersgruppe der 50- bis 69-Jährigen als hinreichend „sufficient“ bewertet. Für jüngere und ältere Frauen wurde kein Screening empfohlen („inadequate efficacy“). Demnächst soll eine überarbeitete Version des Handbuchs erscheinen.

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Die Experten greifen nicht direkt in die derzeitige Diskussion um den Nutzen der Mammographie ein, der sich vor allem auf Analysen früherer randomisierter klinischer Studien stützt. Aus Sicht der „Research on Cancer Handbook Working Group“ ist die Relevanz dieser 20 Jahre oder mehr alten Studien fraglich, da sich seither sowohl das technische Equipment als auch die Behandlung des Mammakarzinom deutlich verändert haben. Das Expertenteam stützt sich deshalb in seinen Empfehlungen vor allem auf „qualitativ hochwertige“ Studien aus der jüngeren Zeit, mit denen sich der heutige Nutzen besser beurteilen lasse.

Den Kern für die Nutzen-Schaden-Bilanz bildeten 20 Kohorten-Studien sowie 20 Fall-Kontrollstudien aus Europa, Australien und Nord Amerika. Diese bestätigen den Nutzen für die Altersgruppe von 50 bis 69 Jahren. Frauen, die in diesem Alter regel­mäßig am Mammographie-Screening teilnehmen, können ihr Risiko, an Brustkrebs zu sterben, um etwa 40 Prozent senken, schreiben die Experten. Das entspreche etwa 8 geretteten Leben pro 1.000 Frauen, die 20 Jahre lang regelmäßig die Untersuchung im Screening in Anspruch nehmen, heißt es in einer Stellungnahme der deutschen Kooperationsgemeinschaft Mammographie: Statt 19 Todesfälle würden nur noch 11 auftreten, bezogen auf durchschnittlich 67 Neuerkrankungen zwischen 50 und 69 Jahren bei 1.000 Frauen.

Die IARC sieht darüber hinaus einen Nutzen für die Altersgruppe der 70- bis 74-jährigen Frauen. Mehrere Studien hätten gezeigt, dass die Mammographie hier das Brustkrebs­sterberisiko senke. Die IARC hält die Evidenz für hinreichend („sufficient“). Dies ist neu. Die meisten Empfehlungen gingen bislang davon aus, dass ein sicherer Beweis für einen Nutzen eines Mammographie-Screenings nach dem 69. Lebensjahr fehle. Für die Altersgruppe unter 50 Jahren ist der Nutzen aus Sicht der Experten weiterhin nicht belegt.  

Die Experten gehen auch auf die Risiken ein. Der wichtigste nachteilige Effekt („harm“) sei die Überdiagnose durch falsch-positive Testergebnisse: Für Frauen, die wie vorgesehen an allen zehn Screening-Runden im Alter von 50 bis 69 Jahren teilnehmen, beträgt die Wahrscheinlichkeit 20 Prozent oder eins zu fünf. Nicht jeder falsch-positive Befund in der Mammographie führt jedoch zu einer Operation. Diese kann durch Kontrolluntersuchungen in den meisten Fällen vermieden werden.

Der Anteil der Überdiagnosen im engeren Sinn liegt nach Einschätzung der Experten bei 6,5 Prozent (Bereich 1 bis 10 Prozent). Dies ist die Differenz der kumulativen Brustkrebs­wahrscheinlichkeit zwischen gescreenten und nicht-gescreenten Frauen. Dies bedeutet laut der Kooperationsgemeinschaft Mammographie, dass 4 von 1.000 untersuchten Frauen erfahren, dass sie Brustkrebs haben und deshalb auch behandelt werden. Diese Frauen hätten ohne Screening keine Kenntnis von ihrer Brustkrebserkrankung erhalten, da der Brustkrebs nicht auffällig und auch nicht lebensgefährlich geworden wäre.

Es gibt noch ein weiteres Risiko. Die Mammographie ist (in aller Regel) eine Röntgenuntersuchung und deshalb mit einem strahlen-induzierten Krebsrisiko verbunden. Die IARC-Experten schätzen die Gefahr, an einem durch die Untersuchung ausgelösten Brustkrebs zu sterben, auf 1-10 auf 100.000 Frauen. Die Varianz erklärt sich durch das Alter der Frauen und der Häufigkeit und Dauer des Screenings. Dieses Risiko sei hundert Mal geringer als die Chance, dass dank der Untersuchung ein Brustkrebs rechtzeitig entdeckt und deshalb überlebt wird. © rme/aerzteblatt.de

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Avatar #612077
EEBO
am Sonntag, 7. Juni 2015, 13:29

@ Ottas

Aggressive Kommentare sind oftmals in der Auseinandersetzung über ein komplexes Thema nicht zielführend - so auch hier: Herr Hefti ist zwar außerordentlich eloquent (oder anders ausgedrückt: er könnte mal rascher zu Potte kommen), seine Thesen sind aber nicht gut belegt, und die Blogs, in denen er veröffentlicht, sind doch ein klein wenig einseitig ausgerichtet.
Was Herrn Gotzsche anbelangt: Er beschreibt differenziert in einer Metaanalyse (http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/14651858.CD001877.pub5/full), welche Schwierigkeiten sich aus den vorliegenden Studien ergeben. Klar ist aber auch, daß er zu weiteren Anstrengungen aufruft, die - trotz vielfältiger Untersuchungen - unbefriedigende Datensituation zu bessern, und er macht dafür auch Vorschläge.
Sie, Frau/Herr Ottas, könnten sich davon ein Scheibchen abschneiden...
Avatar #699763
Ottas
am Sonntag, 7. Juni 2015, 06:23

Mammografielügen

Das höchste Risiko für eine Frau eine Brustkrebspatientin zu werden, ist wenn sie regelmässig eine Mammographie kriegt.

Die echten Fakten über Brustkrebs und Mammografie (Bruströntgen) haben schon lange gezeigt, dass die vorsorgliche Früherkennung von "Krebsen" mit Präventionsmaßnahmen (Beispiel: Mammografie) in vielen Fällen falsch ist (hauptsächlich wegen vielen Überdiagnosen) aber ganz viele Frauen trotzdem behandelt werden (deswegen sind die ein Opfer der Übertherapien). Das Ergebnis is, dass Millionen von Frauen missbehandelt und umgebracht worden sind wegen diesen "fortgeschrittenen" Untersuchungen und medizinischen Behandlungen (Quellen: Peter Gotzsche's 'Mammography Screening: Truth, Lies and Controversy' and Rolf Hefti's 'The Mammogram Myth' - sehe http://www.supplements-and-health.com/mammograms.html ).

Jeder der dieses Thema ein wenig genauer anguckt, kann sehen, dass es fast ausschliesslich fabrizierte Statistiken und "wissenschaftliche" Daten/Evidenz vom medizinischen Riesengeschäft sind, die diesen Test unterstützen. Die "Experten" von dieser neuen Studie haben ja auch alle Beziehungen zum Mammografie- oder Krebsegeschäft...

Das riesige medizinische Krebsgeschäft hat schon jahrzehntelang das Volk angelogen mit falschen Statistiken. Dieses riesengrosse Geschäft sagt den Leuten wie unglaublich "forgeschritten" ihre Präventionsmaßnahmen, Untersuchungen und Behandlungen sind, aber verschweight den grossen Schaden die sie wirklich anrichten. Es ist fast alles Lüge.
LNS

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