Ärzteschaft

Urologen raten weiterhin zum PSA-Test

Montag, 8. Juni 2015

Hamburg – Auf die unklare Datenlage zu Nutzen und möglichem Schaden der Früherkennung beim Prostatakrebs hat die Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU) und der Berufsverband der Deutschen Urologen (BDU) hingewiesen. Studien dazu benötigten eine Laufzeit von mindestens 15 Jahren. Fachgesellschaft und Berufsver­band empfehlen daher weiterhin Männern ab 45 Jahren, die nach ausführlicher Information über die Vor- und möglichen Nachteile und unter Berücksichtigung der persönlichen Situation eine Früherkennung wünschen, eine Tastuntersuchung und die Bestimmung des PSA-Wertes. „Ein Prostatakrebs, der in einem frühen Stadium festgestellt wird, kann mit größerer Aussicht auf völlige Heilung behandelt werden“, hieß es aus DGU und BDU.

Die Verbände wehren sich dagegen, den PSA-Test als reine Geldmacherei der Urologen einzuschätzen. Sie argumentieren, dass die Sterblichkeit am Prostatakarzinom insgesamt deutlich abgenommen habe, seit es den Test gebe, nämlich in Deutschland um 20 Prozent und in den USA um 35 Prozent.

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DGU und BDU reagieren mit ihrer Stellungnahme auf eine Berichterstattung in verschie­denen Medien, unter anderem dem Sender n-tv, den Aachener Nachrichten, der Saarbrücker Zeitung und anderen. Hintergrund der kritischen Berichterstattung ist die Cochrane-Veröffentlichung Nr. CD004720, für die bis 2013 gut 200 potenziell relevante Fachartikel zu Studien überwiegend aus den Jahren bis 2010 ausgewertet wurden. © hil/aerzteblatt.de

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