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Politik

Studienlage zur Proteomanalyse bei diabetischer Nephropathie unzureichend

Dienstag, 9. Juni 2015

Köln – Die Studienlage zur sogenannten Proteomanalyse bei der Erkennung einer diabetischen Nephropathie ist unzureichend. Der patientenrelevante Nutzen oder Schaden des Verfahrens bleibt im Vergleich zur konventionellen diagnostischen Strategie unklar. So sieht es das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) in einem Vorabbericht. Interessierte Personen und Institutionen können dazu Stellungnahmen abgeben.

Die Proteomanalyse ist eine neue diagnostische Methode, bei der Labormediziner die Konzentration verschiedener Biomarker im Urin massenspektrometrisch ermitteln. Der daraus errechnete Wert soll frühere und präzisere klinische Aussagen bezüglich einer diabetischen Nephropathie ermöglichen als die herkömmliche Diagnostik.

Die diabetischen Nephropathie ist eine durch chronische Hyperglykämie verursachte Nierenschädigung. Arterieller Hypertonus beeinflusst sie negativ. Die Schädigung kann bis zur terminalen Niereninsuffizienz führen. Bislang versuchen Ärzte, Risikopatienten frühzeitig durch die Messung der Albumin-Kreatin-Ratio oder des Albuminspiegels im Urin zu diagnostizieren. Allerdings kann eine Erhöhung des Albumingehalts im Urin auch andere Ursachen haben als eine beginnende diabetische Nephropathie.

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Der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G- BA) hat das IQWiG daher beauftragt, die Proteamanalyse als diagnostische Strategie zu untersuchen.

Allerdings fanden die Kölner Wissenschaftler keine abgeschlossenen Studien, die für diese Bewertungen relevant wären. Noch bis Ende 2017 läuft eine möglicherweise relevante Studie namens „Priority“. Doch sie wird für die vorliegende Fragestellung voraussichtlich eine geringe Aussagekraft haben, da nur eine geringe Anzahl von Patienten mit Hypertonus eingeschlossen sein wird. „Somit bleiben sowohl der patientenrelevante Nutzen oder Schaden einer diagnostisch-prognostischen Strategie mit Proteomanalyse zur Erkennung einer DNP als auch ihre diagnostische und prognostische Güte unklar“, so das Fazit der IQWiG-Wissenschaftler. © hil/aerzteblatt.de

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