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Politik

Geteiltes Echo auf Ergebnisse des G7-Gipfels

Dienstag, 9. Juni 2015

Berlin – Von Enttäuschung bis zu hoffnungsvoller Zustimmung reichen die Reaktionen auf die Gesundheits-Vereinbarungen der G7 Staats- und Regierungschefs. Von einem „starken gemeinsamen Zeichen für die Bekämpfung von Antibiotika-Resistenzen und Epidemien“ sprach Bundesge­sundheitsminister Hermann Gröhe (CDU). Die G7-Staaten hätten „gemeinsam entschlossen Lehren aus der Ebola-Krise“ gezogen, so der Minister. Nach dem G7-Gipfel müssten aber jetzt weitere Schritte folgen. „Für Anfang Oktober habe ich die G7-Gesundheitsminister nach Berlin eingeladen, um das weitere Vorgehen im Gesundheitsbereich zu besprechen“, sagte Gröhe.

Die Staats- und Regierungschefs haben sich beim Thema Gesundheit in Schloss Elmau auf drei Bereiche konzentriert: Sie unterstützen den globalen Aktionsplan der Weltge­sund­heitsorganisation (WHO) gegen Antibiotika-Resistenzen, ziehen Lehren aus der Ebola Krise und wollen die Forschungsaktivitäten bei vernachlässigten Tropen­krankheiten besser koordinieren.

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Die Nationalakademie Leopoldina begrüßte die Ergebnisse des G7-Gipfels zu Wissen­schaftsthemen. Sie hatte im Vorfeld des Gipfels gemeinsam mit den Wissenschafts­akademien der anderen sechs G7-Staaten drei Empfehlungen erarbeitet und Ende April an Bundeskanzlerin Angela Merkel übergeben. „Wir freuen uns sehr, dass die Staats- und Regierungschefs beim G7-Gipfel in Schloss Elmau die Empfehlungen der G7-Wissen­­schaftsakademien aufgegriffen haben“, sagte der Präsident der Akademie, Jörg Hacker. „Die Ergebnisse des Gipfeltreffens zeigen, dass die Themen Antibiotika­resistenzen und vernachlässigte Tropenkrankheiten sehr ernst genommen werden. Die Staats- und Regierungschefs wollen die Forschung stärken, um diese Aufgaben zu lösen“, begründete er seine positive Bewertung.

Antibiotika und Antibiotikaresistenzen: Vorkommen und Perspektiven

Um den Gesundheitsgefahren durch Infektionskrankheiten zu begegnen, ist eine umfassende, globale Strategie erforderlich. Die Wissenschaftsakademien der G7-Mitgliedsstaaten haben hierfür vier Empfehlungen erarbeitet. Durch bessere hygienische Verhältnisse, Antibiotika und Impfstoffe konnten Infektionskrankheiten im Verlauf des 20. Jahrhunderts zurückgedrängt werden.

Zu einem anderen Fazit kommt hingegen die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen: „Die Staats- und Regierungschefs der G7 haben wenig getan, um sicherzustellen, dass künftige Epidemien nicht wieder außer Kontrolle geraten wie der Ebola-Ausbruch in Westafrika“, bewertete die Hilfsorganisation. Philipp Frisch, Koordinator der Medikamentenkampagne von Ärzte ohne Grenzen in Deutschland, konkretisiert die Kritik: „Konkrete finanzielle Zusagen für mehr Forschungsförderung fehlen, ebenso wie eine Reform des nicht funktionierenden Forschungssystems für neue Medikamente, Impfstoffe und Diagnostika“, sagte er.

Von der Bundesregierung fordert die Hilfsorganisation, ihr Forschungsprogramm für Produktentwicklungspartnerschaften zu vernachlässigten Krankheiten von ungefähr sechs Millionen Euro auf mindestens 25 Millionen Euro pro Jahr ausweiten. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #106067
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Mittwoch, 10. Juni 2015, 23:35

Kranke Gesundheit - Gesunde Krankheit?

Wenn sich mit einem gigantischen finanziellen Aufwand Staats- und Regierungschefs der sieben führenden Industriestaaten (G7) im idyllischen bayrischen Schloss Elmau bei GAP inmitten intensiver Land-, Alm-, Vieh- bzw. G7-Protestwirtschaft treffen, um ausgerechnet gemeinsam mit Gastgeberin und “Gesundheitskanzlerin” Frau Dr. Angela Merkel über “Gesundheitsthemen” zu plaudern, wirkt das wie eine Stationsbesprechung in einer geschlossenen Abteilung bei “Einer flog über das Kuckucksnest”…mehr…
http://news.doccheck.com/de/blog/post/2591-kranke-gesundheit-gesunde-krankheit/

Da nützt es auch nichts, dass die altehrwürdige Nationalakademie Leopoldina sich als Einflüsterer betätigt und verlauten lässt: „Die Ergebnisse des Gipfeltreffens zeigen, dass die Themen Antibiotikaresistenzen und vernachlässigte Tropenkrankheiten sehr ernst genommen werden. Die Staats- und Regierungschefs wollen die Forschung stärken, um diese Aufgaben zu lösen“.

Denn die großen G7 Staats-Frauen und -Männer in ihrer hermetisch abgeriegelten und beschränkten "Elmau-Welt" haben noch nicht mal kapiert, dass ausschließlich K r a n k h e i t e n hier das Thema sind. Sie versuchen die existenziellen Probleme dieser Welt immer noch mit einem völlig inadäquaten G e s u n d h e i t s b e g r i f f zuzukleistern und zu übertünchen.

Dass Bundesgesundheitsminister (BGM) Hermann Gröhe (CDU) am 9.6.2015, nur einen Tage nach dem G7-Gipfel, sich in unangemessener Selbstbeweihräucherung ergeht, indem er sagt: "Ein sachgerechter Einsatz von Antibiotika in der Humanmedizin und der Landwirtschaft sowie verstärkte Anstrengungen in der Forschung sind daher unerlässlich", und für Anfang Oktober die G7-Gesundheitsminister nach Berlin einlädt, ist ein rein politischer PR-Gag.

Aber dass Kollege Ulrich Weigeldt als Vorsitzender des Deutschen Hausärzteverbandes (HÄV) sozusagen im vorauseilenden Gehorsam ohne jeglichen empirischen Beleg sagt: "Im Interesse der Patienten muss die Verordnung von Antibiotika dringend besser koordiniert werden, um beispielsweise unnötige Doppelmedikationen zu vermeiden und so die Anzahl der verschriebenen Antibiotika dauerhaft zu reduzieren", ist das mehr als peinlich.
(Quelle: http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/gesundheitspolitik_international/?sid=887715)

Wohlwissend, dass Deutschland am u n t e r s t e n Ende der Häufigkeit von Antibiotikaverordnungen in Europa und den USA/Kanada rangiert.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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