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Ärzteschaft

Ambulante Weiterbildung: Ärzte haben Anspruch auf Tarifgehalt

Mittwoch, 10. Juni 2015

Köln – Der Marburger Bund (MB) hat die geplante Klarstellung im GKV-Versorgungs­stärkungsgesetz (VSG) begrüßt, wonach Ärztinnen und Ärzte in ambulanter Weiter­bildung zukünftig eine dem Tarifgehalt in Krankenhäusern entsprechende Vergütung erhalten sollen. Der Gesetzentwurf sieht vor, ambulante Weiterbildungsstellen zu verpflichten, die von Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) und Krankenkassen gezahlten Fördersummen auf Tarifniveau anzuheben und an die Ärzte in Weiterbildung auszuzahlen.

„Es muss unbedingt verhindert werden, dass sich Fälle wiederholen, in denen Weiterbildungsstellen diese Fördergelder nicht im vollen Umfang an die angestellten Ärzte ausgezahlt haben. Die gesetzliche Klarstellung ist notwendig, um diese rechtswidrige Praxis endlich verlässlicher zu unterbinden“, sagte Rudolf Henke, 1. Vorsitzender des MB, anlässlich der heutigen Beratung des VSG im Gesundheitsaus­schuss des Bundestages.

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Anders als im Krankenhaus könnten Ärzte, die ihre Weiterbildung in einer Vertragsarzt­praxis absolvierten, durch ihre ärztliche Arbeit vielfach keine zusätzlichen Erlöse erzielen. Henke lobte in diesem Zusammenhang eine geplante Änderung in der Ärzte-Zulassungsverordnung, die es den Weiterbildern künftig erlaube, ihren bisherigen Praxisumfang zu erweitern, wenn sie einen Weiterzubildenden beschäftigten. Je nach Ausgestaltung könne dies die Anreize zur ambulanten Weiterbildung deutlich erhöhen, meinte der MB-Vorsitzende. Die Verantwortung dafür trügen jetzt die KVen.

Weiterbildung ist ärztliche Berufsausübung
„Weiterbildung ist ärztliche Berufsausübung und entsprechend als Arbeitsleistung zu vergüten. Dieser Grundsatz darf nicht durch falsche Etikettierungen infrage gestellt werden“, betonte Henke. „Wir fordern deshalb auch und gerade ärztliche Organisationen auf, die Berufsbezeichnung Arzt auch im Rahmen der Weiterbildung nicht weiter durch Begrifflichkeiten wie ‚Weiterbildungsassistent‘ oder ‚Assistent’ zu relativieren. Approbierte Ärztinnen und Ärzte sind keine Auszubildenden oder Stipendiaten, sondern gleichbe­rechtigte Kolleginnen und Kollegen.“

Mitte Mai hatte der Deutsche Ärztetag ebenfalls klargestellt, dass die Weiterbildung im Rahmen ärztlicher Berufsausübung stattfinde, die entsprechend entlohnt werden müsse. Aus diesem Grund lehnt es die Bundes­ärzte­kammer ab, die Finanzierung ambulanter Weiterbildungsstellen völlig von der ärztlichen Tätigkeit zu entkoppeln und das Geld dafür aus einem eigenen Topf zu nehmen. Das würde hingegen die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) favorisieren. Sie hat dazu ein Stiftungsmodell in die politische Diskussion eingebracht. Zurzeit diskutieren die beiden Ärzteorganisationen über einen Kompromiss.

Allgemeinmedizin: Keine Umschichtung der Fördermittel
Mit Blick auf die Verwendung der bereits für die Förderung der Allgemeinmedizin zur Verfügung stehenden Mittel begrüßte es der MB, dass jüngste Änderungen am VSG-Entwurf keine Verpflichtung enthielten, Teile davon an universitär angebundene Kompetenzzentren umzuschichten, sondern nur die Möglichkeit dafür eröffneten. Die endgültige Entscheidung liege nun bei den Vertragspartnern, dem GKV-Spitzenverband, der KBV und der Deutschen Krankenhausgesellschaft, erklärte Henke. „Wir fordern deshalb die Vertragsparteien dazu auf, die für die Förderung von Weiterbildungsstellen gedachten Mittel nicht in die Drittelmittelfinanzierung universitärer Institute umzulenken, auch wenn durch das Gesetz die Möglichkeit eröffnet wird, zweistellige Millionen­beträge dafür freizugeben.“ © HK/aerzteblatt.de

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