NewsPolitikHauptstadtkongress: Gröhe über Kranken­hausreform und Versorgungs­stärkungsgesetz
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Hauptstadtkongress: Gröhe über Kranken­hausreform und Versorgungs­stärkungsgesetz

Mittwoch, 10. Juni 2015

Hermann Gröhe /HSK

Berlin – Kurz nachdem das Bundeskabinett heute Vormittag einen Regierungsentwurf des Krankenhaus-Strukturgesetzes beschlossen hat, betonte Bundesgesund­heitsminister Hermann Gröhe (CDU), dass sich der Bund mit diesem Gesetz seiner Verantwortung im Bereich der Betriebskosten stelle. Ab dem Jahr 2016 würden dem stationären Sektor mit der Krankenhausreform Mittel in Milliardenhöhe zusätzlich zur Verfügung gestellt, sagte Gröhe bei der Eröffnung des Hauptstadtkongresses in Berlin. 

Er sprach sich zudem für eine „intelligente Arbeitsteilung“ zwischen der wohnortnahen Grundversorgung  und einer spezialisierten Versorgung für planbare Leistungen aus. „Nicht alles muss und nicht alles kann überall angeboten werden“, meinte Gröhe. Denn weder die technische Ausstattung noch die Qualifikation und die Erfahrung seien an jedem Ort in gleicher Qualität vorhanden.    

Anzeige

Gröhe: Telemedizin kann wesentlichen Beitrag zur Versorgung leisten
Im Hinblick auf die morgige zweite und dritte Lesung des GKV-Versorgungs­stärkungsgesetzes im Bundestag fügte er hinzu: „Viele Menschen stellen sich die Frage, ob sie sich darauf verlassen können, dass sie auch auf dem Land schnelle Hilfe, zum Beispiel bei einem Schlaganfall, erhalten.“ Bei solchen Notfällen könne die Telemedizin einen wesentlichen Beitrag leisten. „So können Schlaganfallexperten in einem städtischen Zentrum ihren grundversorgenden Kollegen auf dem Land bei der Behandlung der Patienten mit ihrer Expertise zur Verfügung stehen“, meinte Gröhe. „Dazu gibt es eindrucksvolle Pilotprojekte.“ Der Einsatz von Telemedizin müssen künftig zu einem Leitprinzip werden.

„Im Gesundheitswesen befinden wir uns zu häufig noch im analogen Zeitalter“
Ein weiteres Vorhaben der schwarz-roten Regierung ist das E-Health-Gesetz. „Im Gesundheitswesen befinden wir uns zu häufig noch im analogen Zeitalter“, kritisierte der Minister. „Dabei haben wir kein Anwendungsproblem. Denn bei den Behandlungen werden digitale Daten auf hohem Niveau genutzt. Stattdessen haben wir ein Vernetzungsproblem.“ Wenn die Behandlungsdokumente ausgetauscht würden, geschehe dies häufig noch per Fax oder per Post. „Es fehlen gute Datenautobahnen“, sagte Gröhe und appellierte an alle Beteiligten, dass die Tele­ma­tik­infra­struk­tur wie geplant im November starte und nicht erneut um ein Jahr verschoben werden müsse.

„Ich habe mit großer Freude festgestellt, wie die Gesundheitspolitik auch den G7-Gipfel in Elmau geprägt hat“, bekannte Gröhe abschließend. Gesundheit müsse mehr denn je global gedacht werden. Denn weder bei Krankheiten noch bei deren Therapie gebe es Grenzen. „Das haben wir bei der Ebolakrise erlebt. Und das erleben wir auch bei den Antibiotikaresistenzen“, sagte Gröhe. Dieses Thema müsse national angegangen werden, aber auch international. Deshalb würden die in Elmau gefassten Pläne im Oktober bei einem weiteren Treffen in konkrete Schritte übersetzt werden. © fos/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

22. Oktober 2019
Berlin – Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG), GKV-Spitzenverband und Verband der Privaten Kran­ken­ver­siche­rung (PKV) haben sich auf den Fallpauschalenkatalog 2020 geeinigt. Darin sind die einzelnen
Systemwechsel bei Pflegekosten in Krankenhäusern
21. Oktober 2019
Berlin – Führende Digital-Unternehmer im Gesundheitswesen wollen mit einem neugegründeten Verband besser ins Gespräch in der Gesundheitspolitik und vor allem mit Ärzteverbänden und Krankenkassen
Spahn dämpft Erwartungen der App-Unternehmer
21. Oktober 2019
Saarbrücken – Für rund 200 von 400 Vertragsärzten und Vertragspsychotherapeuten im Saarland, die bislang ihre Praxen nicht an die Tele­ma­tik­infra­struk­tur (TI) angeschlossen haben, gibt es in diesem
Honorareinbußen auch für saarländische Praxen
18. Oktober 2019
München – Bayerns Ge­sund­heits­mi­nis­terin hat darauf gedrängt, dass der Bund zügig die regionalen Fehlverteilungen beim Wettbewerb der Krankenkassen abbaut. Eine rasche und nachhaltige Reform des
Bayern wünscht sich mehr Fairness beim Kassenwettbewerb
18. Oktober 2019
Berlin – Krankenkassen müssen Arbeitgebern die Arbeits­unfähigkeits­bescheinigung (AU) eines Versicherten ab 2021 digital bereitstellen. Dennoch sollen Ärzte ihren Patienten weiterhin einen
KBV weiterhin gegen Papierausdruck bei AU-Bescheinigungen
18. Oktober 2019
Hannover – Rund 1,2 Millionen Euro hat die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) im 1. und 2. Quartal des laufenden Jahres von Verweigerern der Tele­ma­tik­infra­struk­tur (TI) einbehalten. Das
Honorare wurden TI-Verweigerern in Niedersachsen um 1,2 Millionen Euro gekürzt
17. Oktober 2019
Berlin – Vor allem die digitalen Gesundheitsanwendungen und deren Implementierung in die Routineversorgung, aber auch die geplanten Regelungen zur Datentransparenz und damit verbundene Fragen zum
LNS LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER