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Medizin

Hirnaneurysma: Studie sieht häufige Spätrezidive nach Coiling

Mittwoch, 10. Juni 2015

Paris – Bei nichtrupturierten intrakraniellen Aneurysmen wird heute eine endovaskuläre Behandlung der Operation vorgezogen. Ein Nachteil des „Coilings“ sind jedoch Rezidive, die laut einer Studie in Radiology (2015; doi: 10.1148/radiol.2015142496) häufiger auftreten als bisher angenommen.

Bis in die 1990er Jahre konnten intrakranielle Aneurysmen nur operativ entfernt werden (was wegen der damit verbundenen Risiken eine vorsichtige Indikationsstellung erforderlich machte). Heute werden die meisten asymptomatischen Aneurysmen endovaskulär behandelt. Die Ärzte schieben über die Leistenarterien einen Katheter bis in die Hirnarterie vor und platzieren dann eine feine Metall-Spirale, üblicherweise aus Titan, in die Gefäßaussackung.

Zwischen den Spiralschlingen bilden sich Thromben, die das Aneurysma ausfüllen und eine Blutung verhindern. Bislang gingen die Forscher davon aus, dass die Thromben mit der Zeit durch ein festes Bindegewebe ersetzt werden, was die Gefahr auf Dauer ausschalten würde.

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Dies scheint jedoch nicht unbedingt der Fall zu sein, wie die Nachuntersuchung von 129 Patienten zeigt, bei denen zehn Jahre nach einer endovaskulären Behandlung eine Magnetresonanzangiographie mit einem 3-Tesla-Kernspintomographen durchgeführt wurde. Wie Olivier Naggara vom Centre Hospitalier Sainte-Anne in Paris berichtet, wurden die Aneurysmen von 16 Patienten (12,4 Prozent) wieder von Blut durchströmt. Damit besteht bei den Patienten erneut die Gefahr einer tödlichen Subarachnoidal­blutung, der durch die endovaskuläre Behandlung vorgebeugt werden sollte.

Eine Meta-Analyse aus 15 Kohortenstudien mit 2.773 Patienten bestätigte die Ergebnisse. Bei 11,4 Prozent der Aneurysmen kam es langfristig zu einem Rezidiv. Die wichtigsten Risikofaktoren waren ein inkompletter Verschluss des Aneurysmas (Raymond Grad 2) und ein Durchmesser des Aneurysmas von mehr als 10 mm. Naggara rät, diese Patienten in den ersten Jahren nach der endovaskulären Behandlung regelmäßig nachzuuntersuchen, um ein Rezidiv frühzeitig zu erkennen. In diesem Fall könne die endovaskuläre Behandlung wiederholt werden. Es gibt laut Naggara jedoch kaum Daten zu Nutzen und Risiken einer erneuten Therapie. © rme/aerzteblatt.de

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