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Radiotherapie bei Brustkrebs wird immer individueller

Donnerstag, 11. Juni 2015

Mannheim – Auf neue Therapiekonzepte bei Brustkrebs weist die Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) hin. „Lange Zeit hatten wir für alle Patientinnen einen Therapiestandard: Die ganze Brust wurde über fünf bis sechs Wochen bestrahlt“, erläutert Frederik Wenz, Direktor der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie am Universitätsklinikum Mannheim und Pressesprecher der Fachgesellschaft. Diese Ganz­brustbestrahlung weiche immer mehr neuen, individuell zugeschnittenen Konzepten. Der Radioonkologe berücksichtigt dabei noch stärker als bisher Art, Lage und Größe des Tumors sowie Alter und Belastbarkeit der Patientin.

Dafür erstellt er auf Basis einer Computertomographie der Brust ein individuelles Patientenmodell. Ein Medizinphysikexperte errechnet die sinnvolle Dosisverteilung. An jedem Wochentag wird die Patientin in der Folge in einer fünf bis zehnminütigen Sitzung mit dem Linearbeschleuniger bestrahlt.

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Da sich ein Rückfall in einer behandelten Brust meist am Ort des ursprünglichen Tumors entwickelt, bestrahlen Radioonkologen nach den neuen Konzepten heute zum Teil nur noch bestimmte Abschnitte der Brust. „Das verringert die Belastung für das gesunde Gewebe. Zudem wird die Therapiezeit wesentlich verkürzt“, so Wenz. Diese beschleu­nigte Teilbrustbestrahlung, auch „Accelerated Partial Breast Irradiation“ (APBI) genannt, findet bei manchen Patientinnen schon während der Tumoroperation statt. Aktuelle Studien zeigten, dass hiervon vor allem Patientinnen über 70 Jahre profitierten, die einen kleinen Tumor hätten.

„Strahlenbiologische Gesetzmäßigkeiten helfen dabei, eine Strategie zu entwickeln, mit der sich die Behandlungsdauer für die Patientinnen bei gleich gutem Ergebnis verkürzen ließ“, berichtet Cordula Petersen, Tagungspräsidentin der DEGRO. So erhielten die Patientinnen bei der sogenannten Hypofraktionierung höhere Einzeldosen bei gleichzeitig reduzierter Gesamtdosis. Das vermindere die Behandlungszeit bei gleicher Heilungschance von den herkömmlichen fünf bis sechs Wochen auf drei bis vier Wochen. © hil/aerzteblatt.de

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