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Medizin

Psoriasis: Schnelle Abheilung der Schuppenflechte mit Ixekizumab

Freitag, 12. Juni 2015

dpa

Manchester – Der Antikörper Ixekizumab, der einer exzessiven Proliferation von Keratino­zyten in der Haut entgegenwirkt, hat in zwei Studien seine außergewöhnlich gute Wirkung bei der Psoriasis erneut unter Beweis gestellt. Laut der Publikation im Lancet (2015; doi: 10.1016/S0140-6736(15)60125-8) kommt es bei vielen Patienten zu einer vollständigen Abheilung der Hautläsion. Die Wirkung von Etanercept, einem Standard-Biologikum in dieser Indikation, wurde übertroffen.

Ixekizumab gehört zu einer Gruppe von neuen Wirkstoffen, die die Wirkung von Interleukin 17 ausschalten. Es handelt sich um eine Gruppe von fünf Zytokinen, die von T-Helfer-Zellen gebildet werden und die Entzündungsreaktionen im Körper fördern. Ixekizumab bindet selektiv an dem Interleukin 17A, das in der Haut die Proliferation und Aktivierung von Keratinozyten fördert. Die Interleukine 17B bis E werden von Ixekizumab nicht neutralisiert.

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Bereits die vor drei Jahren veröffentlichten Ergebnisse einer Phase 2-Studie hatten die Experten aufhorchen lassen. Damals erzielten vier von fünf Patienten eine Reduktion des Psoriasis Area and Severity Index um 75 Prozent (PASI 75). Bei vier von zehn Patienten kam es sogar zu einem PASI 100, der eine komplette Abheilung anzeigt (NEJM 2012; 366: 1190-1199).

Die jetzt publizierten Ergebnisse der beiden Phase 3-Studien UNCOVER-2 und UNCOVER-3, an denen 2.500 Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Psoriasis teilnahmen, bestätigen die gute Wirksamkeit: Wie Chris Griffiths von der Universität Manchester und Mitarbeiter berichten, kam es nach subkutanen Injektionen von Ixekizumab im Abstand von zwei Wochen bei 71 beziehungsweise 68 Prozent der Patienten zur PASI 90, bei 41 beziehungsweise 38 Prozent der Patienten kam es zur vollständigen Abheilung (PASI 100).

Auch ein Behandlungsintervall von vier Wochen könnte ausreichen: 60 beziehungsweise 65 Prozent der Patienten erreichten einen PASI 90, 31 beziehungsweise 35 Prozent einen PASI 100. Ixekizumab, das in einer Dosis von 80 mg verabreicht wurde, übertraf damit klar die Wirkung von Etanercept, das in der Dosis von 50 mg ebenfalls subkutan appliziert wurde, aber nur bei 19 beziehungsweise 26 Prozent einen PASI 90 und nur bei 5 beziehungsweise 7 Prozent einen PASI 100 erreichte.

Ixekizumab beeindruckte die Dermatologen auch durch den raschen Wirkungseintritt: Rund die Hälfte der Patienten zeigte bereits nach vier Wochen eine Verbesserung. In der globalen Einschätzung der behandelnden Ärzte, einem co-primären Endpunkt, konstatierten die Ärzte bei vier von fünf Patienten eine komplette oder nahezu vollständige Abheilung der Psoriasis. Es ist allerdings noch unklar, wie lange die Wirkung anhält. Aufgrund des Wirkungsmechanismus dürfte eine regelmäßige Wiederholung der Behandlung erforderlich sein.

Für die Zulassung dürfte (bei einer Dermatose, die nicht zum Tode führt) die Sicherheit des Wirkstoffs von zentraler Bedeutung sein. Gesamtzahl und Schweregrad der beobachteten Nebenwirkungen waren laut Hersteller vergleichbar mit denen von Etanercept. Die meisten Nebenwirkungen seien leichter bis mittelschwerer Natur. Am häufigsten (2 oder mehr Prozent der Patienten) waren Infektionen der oberen Atemwege, Reaktionen an der Injektionsstelle, Juckreiz, Kopfschmerzen und Gelenkschmerzen. Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUE) traten bei weniger als zwei Prozent der Patienten auf. Todesfälle sind nicht aufgetreten.

Der Hersteller, der keine Angaben über den Stand des Zulassungsverfahrens macht, lässt derzeit die Wirkung von Ixekizumab auch bei der Psoriasis-Arthritis prüfen. © rme/aerzteblatt.de

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