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Medizin

Nüsse verlängern das Leben

Sonntag, 14. Juni 2015

dpa

Maastricht – Nüsse sind offenbar gesund. Epidemiologische Studien bringen den Verzehr immer wieder mit einem verminderten Erkrankungs- und Sterberisiko in Verbindung. Nach der jüngsten Untersuchung im International Journal of Epidemiology (2015; doi: 10.1093/ije/dyv039) könnten bereits 10 Gramm am Tag ausreichen, um das Sterberisiko zu senken. Für Erdnussbutter traf dies nicht zu.

Nüsse sind ein Lieblingsessen der Ernährungswissenschaftler. Hervorgehoben wird der hohe Anteil an ungesättigten Fettsäuren, hochwertigen Proteinen und Ballaststoffen. Nüsse enthalten Vitamine (zum Beispiel Folsäure, Niacin, und Vitamin E), Mineralien (zum Beispiel Natrium, Kalium, Kalzium und Magnesium) und sekundäre Pflanzenstoffe (beispielsweise Carotinoide, Flavonoide und Phytosterole).

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Diesen Wirkstoffen werden kardioprotektive, antikarzinogene, entzündungshemmende und antioxidative Eigenschaften zugeschrieben. In klinischen Studien hat der Nuss­verzehr den Cholesterinspiegel gesenkt und die endotheliale Dysfunktion verbessert. Auch günstige Wirkungen auf Insulinresistenz und Blutzuckerspiegel wurden beschrie­ben. Zuletzt kam die PREDIMED-Studie, eine der wenigen Interventionsstudien der Ernährungsmedizin, zu dem Ergebnis, dass Nüsse als Bestandteil der mediterranen Ernährung die Häufigkeit von Herz-Kreislauf-Erkrankungen senkt.

Auch in prospektiven Beobachtungsstudien ist der Verzehr von Nüssen immer wieder mit einem verminderten Erkrankungsrisiko assoziiert. Vor zwei Jahren hatten US-Forscher dies in einer Analyse der Nurses’ Health Study und der Health Professionals Follow-up Study zeigen können (NEJM 2013; 369: 2001-11). Jetzt stellen Piet van den Brandt von der Universität Maastricht und Mitarbeiter eine Auswertung der Netherlands Cohort Study vor. Sie umfasst 120.852 Männer und Frauen im Alter von 55 bis 69 Jahren, die 1986 zu ihren Ernährungsgewohnheiten und ihrem Lebensstil befragt worden waren. Seit 1986 sind 8.823 Teilnehmer gestorben, und Nussliebhaber waren in dieser Gruppe unter­repräsentiert.

Die Analyse von van den Brandt deuten auf eine breite protektive Wirkung hin, die bereits bei einem Verzehr von 10 Gramm Nüssen am Tag nachweisbar war. Wer regelmäßig Nüsse verzehrt, hat laut der Studie ein um 23 Prozent vermindertes Risiko, innerhalb der nächsten zehn Jahre zu sterben. Die protektive Wirkung (wenn denn der Assoziation eine Kausalität zugrunde liegt) war für neurodegenerative Erkrankungen (minus 45 Prozent), Atemwegserkrankungen (minus 29 Prozent) und für Diabetes (minus 39 Prozent) nachweisbar. Nussliebhaber sterben zu 17 Prozent seltener an Herz-Kreis­lauf-Erkrankungen und zu 15 Prozent seltener an Krebs.

Nach den Ergebnissen besteht die protektive Wirkung sowohl für Baumnüsse als auch für Erdnüsse (die botanisch gesehen gar keine Nüsse, sondern Hülsenfrüchte sind). Die einzige Ausnahme bildet Erdnussbutter. Diese enthält laut van den Brandt neben Erdnüssen heute eine Reihe anderer Beigaben wie Salz und verarbeitete Pflanzenöle, die nicht notwendigerweise gesund sind. In einigen Erdnusscremes seien in der Vergangenheit sogar Trans-Fette nachgewiesen worden, die Ernährungswissenschaftler als gesundheitsschädlich einstufen.

© rme/aerzteblatt.de

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