Ärzteschaft

Behandlungs­fehlerstatistik: Rund ein Viertel der Patientenansprüche begründet

Montag, 15. Juni 2015

Berlin – „Entscheidend ist, dass Fehler nicht unter den Tisch gekehrt werden und man aus ihnen lernt“, verdeutlichte Andreas Crusius, Präsident der Ärztekammer Mecklen­burg-Vorpommern, heute in Berlin bei der Vorstellung der Behandlungsfehlerstatistik der Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen der Ärztekammern für das Jahr 2014 den Standpunkt der ärztlichen Selbstverwaltung. Crusius verwies auf die zahlreichen Aktivitäten der Ärzteschaft im Bereich der Qualitätssicherung und betonte, dass bei stetig zunehmenden ambulanten und stationären Behandlungsfällen die Zahl der von den Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen festgestellten Fehler im Promillebereich liege.

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Im Jahr 2014 gab es insgesamt 7.751 Entscheidungen zu mutmaßlichen Behandlungs­fehlern. In 2.252 Fällen lag ein Behandlungsfehler vor. Davon wurde in 1.854 Fällen ein Behandlungsfehler oder ein Risikoaufklärungsmangel als Ursache für einen Gesund­heits­schaden ermittelt, der einen Anspruch des Patienten auf Entschädigung begrün­dete. Die häufigsten Diagnosen, die zu Behandlungs­fehlervorwürfen führten, waren Knie- und Hüftgelenksarthrosen sowie Unterarm-, Unterschenkel- und Sprung­gelenkfrakturen.

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Wenn es zu einem Fehler gekommen ist, seien eine gute Kommunikation und ein professioneller Umgang mit den Betroffenen von besonderer Bedeutung, betonte Crusius. „Wir unterstützen Ärzte deshalb dabei, nach einem Fehler schnell das Gespräch mit den betroffenen Patienten zu suchen, damit zu den körperlichen Beeinträchtigungen nicht auch noch psychische Traumata kommen.“

Wichtig sei es aber auch, den Arzt, dem ein Fehler – möglicherweise aufgrund einer Verkettung unglücklicher Umstände – passiert sei, nicht zu stigmatisieren. Crusius zeigte sich erleichtert darüber, dass die Berichterstattung über die Behandlungsfehlerstatistik in den vergangenen Jahren fast ganz ohne das Reizwort „Ärztepfusch“ ausgekommen sei.

Die Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen sind Einrichtungen bei den Landesärztekammern, an die sich jeder Patient, der einen Behandlungsfehler vermutet, wenden kann. Crusius wies darauf hin, dass deren Entscheidungen in rund 90 Prozent der Fälle von beiden Parteien akzeptiert und die Arzthaftungsstreitigkeit beigelegt würde. Aber auch bei einem Streit vor Gericht würden die Gutachten der Gutachter­kommissionen und Schlichtungsstellen meistens bestätigt. © TG/aerzteblatt.de

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