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Medizin

Präventionsprogramme gegen sexuelle Übergriffe zeigen Wirkung

Montag, 15. Juni 2015

Stanford – Bereits sechs zweistündige Interventionen in der Schule könnten die Zahl der sexuellen Übergriffe in Asien und Afrikas wesentlich senken. Dies zeigt eine Studie an kenianischen Schulen von Forscher um Jennifer Keller von der Stanford University School of Medicine. Sie berichten über ihre Ergebnisse im Journal of Interpersonal Violence (doi: 10.1177/0886260515586367).

Sexuelle Gewalt ist ein weiten Teilen Asiens, der pazifischen Region sowie Zentral- und Süfafrika ein hochprävalentes Problem. In einer Studie, über die Forscher der Gender and Health Research Unit des Medical Research Council, Pretoria, 2013 in The Lancet berichteten, ging hervor, dass in einigen Gebieten jeder vierte Mann bereits einmal eine Frau vergewaltigt hatte, häufig die Ehefrau.

Sexuelles Anspruchsdenken, Bestrafungsabsichten oder reines Vergnügen waren die häufigsten Motivationen. Bisher gibt es kaum Möglichkeiten, sexuelle Gewalt zu verhin­dern. Die Forscher um Keller testeten daher, ob möglicherweise Interventionen an Schulen eine Wirkung zeigen.

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Insgesamt 1.543 kenianische Männer im Alter zwischen 15 und 22 Jahren konnten die Forscher in ihre Studie einschließen. 1.250 Studienteilnehmer nahmen in der Schule über sechs Wochen an einem zwei stündigen Seminar teil. Die jungen Männer wurden im Rahmen dieses Seminars für die sexuelle Gewalt sensibilisiert. Neben Diskussionen über negative Stereotype und den Wert der Frau, wurden die Teilnehmer in Interventions­techniken geschult, wenn sie Zeugen sexueller Gewalt wurden. 293 Männer erhielten keine Intervention und dienten als Kontrollgruppe.

Die Teilnehmer wurden vor sowie nach der Intervention zu ihrer Haltung gegenüber Frauen befragt und ob sie couragiert bei sexuellen Übergriffen einschreiten würden. Während die Männer vor der Intervention eine sexistische und negative Haltung gegenüber Frauen hatten, zeigten Teilnehmer der Interventionsgruppe kurz nach der Schulung eine wesentlich positivere Haltung. Dieser Effekt hielt auch neun Monate nach der Intervention an. Vorurteile und Mythen über Vergewaltigungen gingen nach der Intervention deutlich zurück.

Die Forscher sehen die standardisierte Intervention als sehr wirkungsvoll an. Besonders wichtig sei in diesem Zusammenhang die frühe Intervention, um junge Männer rechtzeitig für sexuelle Gewalt zu sensibilisieren. © hil/aerzteblatt.de

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