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Medizin

Kopf-Hals-Tumore: HPV-Antikörper zeigen Überlebenschancen an

Montag, 15. Juni 2015

Houston – Die Immunreaktion auf eine HPV-Infektion beeinflusst offenbar die Prognose von Patienten mit HPV-assoziierten Kopf-Hals-Tumoren, wie eine Untersuchung in Clinical Cancer Research (2015; 21: 2861) ergab.

Aufgrund der veränderten Sexualgewohnheiten haben HPV-Infektionen des Mund- und Rachenraums in den letzten Jahren stark zugenommen. Eine mögliche Folge sind Kopf-Hals-Tumore. Diese Tumore haben in der Regel eine bessere Prognose als die klassischen Kopf-Hals-Tumore, die auf die Risikofaktoren Rauchen und Alkohol zurückzuführen sind. Nach den Untersuchungsergebnissen von Erich Sturgis vom MD Anderson Cancer Center in Houston gibt es auch innerhalb der Gruppe der HPV-assoziierten Kopf-Hals-Tumore große Unterschiede. Entscheidend ist die Art der Immunreaktion.

So hatten Patienten, die positiv auf E-Antikörper des HPV-Typs 16 waren, eine Fünf-Jahres-Überlebensrate von 87,4 Prozent. Von den Patienten, die diese Antikörper nicht besaßen, lebten nach fünf Jahren nur noch 42,2 Prozent. Auch das progressions­freie Überleben nach fünf Jahren war bei Patienten mit E-Antikörpern mit 82,9 Prozent gegenüber 46,1 Prozent bei E-Antikörper-negativen Patienten deutlich besser. Eine prognostische Bedeutung war für Antikörper gegen die Proteine E1, NE2 und E6 nachweisbar, nicht aber für Antikörper gegen das L-Protein.

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E-Proteine sind laut Sturgis bei HPV-Infektionen an der Karzinogenese beteiligt. Die L-Proteine sind dagegen Bestandteil der Virushüllen, die bei der Infektion verloren gehen und keinen Einfluss auf den weiteren Verlauf der Infektion haben.

Die Antikörpertests, die derzeit noch nicht für den klinischen Einsatz zugelassen sind, könnten nach Einschätzung von Sturgis auch dazu genutzt werden, um jene Patienten zu ermitteln, die nach einer HPV-Infektion das größte Risiko auf eine Krebserkrankung haben. Es werde derzeit auch untersucht, ob die neuen Erkenntnisse für die Impfstoffentwicklung genutzt werden könnten. © rme/aerzteblatt.de

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