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Medizin

Pränatale DDT-Exposition erhöht Brustkrebsrisiko

Dienstag, 16. Juni 2015

dpa

Berkeley – Frauen, die in utero einer erhöhten Konzentration des Pestizids DDT ausgesetzt waren, erkranken im Erwachsenenalter viermal häufiger an Brustkrebs. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie im Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism (JCEM).

Das Pestizid Dichlordiphenyltrichlorethan (DDT), das in den USA bis in die 1960er, in Europa sogar noch bis in die 1970er Jahre eingesetzt wurde, gehört zu den ersten Umweltgiften, für die eine hormonartige Wirkung belegt werden konnte. Als „endokriner Disruptor“ kann es in kleinster Menge die fetale Entwicklung stören. Zu den möglichen Folgen, auf die in früheren Studien hingewiesen wurde, gehörte ein erhöhtes Risiko von Fehlbildungen, eine verminderte Fertilität und ein erhöhtes Risiko an einem Typ 2-Diabetes zu erkranken.

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DDT hat dabei eine östrogenartige Wirkung, die vor allem die Entwicklung von weiblichen Feten stört. Barbara Cohn von Public Health Institute in Berkeley, Kalifornien, hat deshalb die Auswirkungen auf die Töchter exponierter Frauen untersucht. Dazu analysierte sie die Daten von 20.754 Frauen, die in den Jahren 1959 bis 1967 an den Child Health and Development Studies teilgenommen hatten und deren Blutproben archiviert wurden. Ingesamt 9.300 Teilnehmerinnen gebaren während dieser Zeit eine Tochter.

Die Kinder sind mittlerweile bis zu 52 Jahre alt und einige sind an Brustkrebs erkrankt. Cohn setzte die Konzentration eines DDT-Metaboliten im Blut der Mutter mit der Brustkrebsrate in der Töchtergeneration in Beziehung. Die Ergebnisse ihrer Fall-Kontroll-Studie ergaben, dass eine erhöhte DDT-Exposition in-utero das Brustkrebsrisiko der Töchter beinahe um den Faktor 4 erhöht. Bei 83 Prozent der Tumore handelte es sich um ein östrogenrezeptor-positives Mammakarzinom, was eine kausale Rolle der DDT-Exposition unterstreicht.

Die Forscherin fand auch heraus, dass die DDT-Exposition mit dem Tumorstadium korrelierte. Frauen, die intrauterin einer höheren Konzentration ausgesetzt waren, erkrankten offenbar häufiger an schnell wachsenden Tumoren. Ihre Tumore waren auch häufiger HER2-positiv, was laut Cohn mit experimentellen Studien übereinstimmt, in denen das Pestizid die Bildung des HER-Proteins gefördert hat. © rme/aerzteblatt.de

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