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Politik

PKV: Zahl der Vollversicherungen nimmt weiter ab

Mittwoch, 17. Juni 2015

dpa

Berlin – Im dritten Jahr in Folge verzeichnen die Unternehmen der privaten Kranken­versicherung (PKV) weniger Vollversicherungen als im Vorjahr. Das erklärte der Vorsitzende des PKV-Verbandes, Uwe Laue, heute anlässlich der PKV-Jahrestagung in Berlin. Nach wie vor handele es sich dabei jedoch nicht um einen Trend, sondern um „Sondereffekte“, die zum Teil hausgemacht seien. „Vor einigen Jahren haben wir uns darauf verständigt, dass wir keine Billigtarife mehr zur Verfügung stellen wollen. Deshalb sind bei einigen Unternehmen Versicherungsverhältnisse weggebrochen“, sagte Laue.

Zudem sei es für die Unternehmen der PKV immer schwerer, Angestellte zu versichern, da die Beitragsbemessungsgrenze in den vergangenen Jahren angehoben worden sei. „Viele Angestellte haben heute gar nicht mehr die Möglichkeit, in die PKV zu wechseln“, erklärte Laue. Zudem gebe es heute weniger Selbstständige als in den vergangenen Jahren und somit auch einen Rückgang in diesem Bereich.  

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„Stärkere Beitragsanpassung kommt auf uns zu“
Dafür herrsche „an der Beitragsfront“ weiter Ruhe. „Und darüber bin ich sehr froh“, so der PKV-Vorsitzende. „Wir sind uns allerdings dessen bewusst, dass in der Zukunft eine stärkere Beitragsanpassung auf uns zukommen wird.“ Der Verbandsdirektor des PKV-Verbandes, Volker Leienbach, betonte jedoch, dass viele Unternehmen noch auf die sogenannten Rückstellungen für Beitragsrückerstattungen zurückgreifen könnten, um einen Anstieg der Beitragssätze zu verhindern oder zu modifizieren. „Hier hat sich in den vergangenen Jahren eine Menge Geld angehäuft: branchenweit etwa 14 Milliarden Euro“, so Leienbach.

GOÄ: „Klares Bekenntnis dazu, sprechende Medizin in den Vordergrund zu bringen“
Zum Stand der Verhandlungen mit der Bundes­ärzte­kammer über die neue Amtliche Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) erklärte Laue: „Wir sind auf einem sehr guten Weg. Wir haben ein klares Bekenntnis dazu, die sprechende Medizin mehr in den Vordergrund zu bringen.“ Dafür müsse die Vergütung anderer Leistungen allerdings zurücktreten. „Genau über diese Punkte verhandeln wir gerade“, so Laue. Er zeigte sich optimistisch, ein abgestimmtes Verhandlungspaket noch in diesem Jahr an das Bundesgesund­heitsministerium übergeben zu können.

„Ein Ziel der neuen GOÄ ist mehr Stressfreiheit und insofern mehr Transparenz bei den Abrechnungen“, ergänzte Leienbach. „Um dies zu erreichen, sollen die Analog­ab­rechnungen in die neue GOÄ mit einfließen, sodass wir die ganzen Probleme, die heute mit Analogabrechnungen bestehen, zumindest bei der Einführung der neuen GOÄ nicht mehr haben werden.“

PKV-Verband gründet „Stiftung Gesundheitswissen“
Laue berichtete darüber hinaus, dass der PKV-Verband eine neue Stiftung gegründet hat: die „Stiftung Gesundheitswissen“. Das Gesundheitswissen der Patienten sei in Deutschland im internationalen Vergleich unterentwickelt, wie Studien belegten, erklärte er. „Beim näheren Blick fällt auf, dass es an unabhängigen, qualitätsgesicherten und laienverständlichen Patienteninformationen mangelt.“ Ziel der Stiftung sei es, den Patienten zum „Mitentscheider“ zu machen.  

Ferdinand Gerlach, Vorsitzender des Sachverständigenrates zur Begutachtung der Entwicklung des Gesundheitswesens, und Martin Scherer, Vizepräsident der Leitlinien-Kommission der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin, haben dafür ein „Methodenpapier für die Erstellung indikationsbezogener Patienteninformationen“ erarbeitet.

Ende 2015 werde sich die Stiftung mit ersten Projekten der Öffentlichkeit vorstellen, so Laue.

© fos/aerzteblatt.de

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