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Ärzteschaft

Versorgungsvertrag ADHS in Nordrhein hat sich bewährt

Mittwoch, 17. Juni 2015

Düsseldorf – Ärzte, Psychotherapeuten und Patienten sind mit den Ergebnissen des sogenannten ADHS-Vertrages in Nordrhein sehr zufrieden. Das berichten die Kassen­ärztliche Vereinigung (KV) Nordrhein und die AOK Rheinland/Hamburg nach einer Umfrage. Die beiden Organisationen haben den Versorgungsvertrag zur „Aufmerksam­keitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung“ (ADHS) zusammen mit Berufsverbänden der Kinder- und Jugendärzte beziehungsweise Psychotherapeuten entwickelt und werden ihn fortsetzen.

„Der Vertrag wurde von Anfang an von Patienten und Kollegen sehr gut angenommen“ sagte Peter Potthoff, Vorsitzender der KV Nordrhein. Von den rund 12.000 ADHS-Pa­tienten in Nordrhein nehmen zwischen 2.000 und 3.000 AOK-Versicherte an dem Vertrag teil. Die Patienten sind zwischen sechs und 17 Jahren alt. In Ausnahmefällen können sich auch junge Erwachsene bis zu ihrem 21. Geburtstag einschreiben.

Etwa 180 Kinder- und Jugendärzten sowie etwa 30 Kinder- und Jugendlichen­psychotherapeuten in Nordrhein haben an dem Vertrag teilgenommen. Kinder- und Jugendärzte, die dem Vertrag beitreten möchten, müssen in den letzten beiden Jahren pro Quartal mindestens 30 ADHS-Patienten behandelt haben.

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Der Vertrag setzt auf mehr Betreuungszeit für die Patienten und ihre Familien und kontrolliert den Medikamenteneinsatz streng. „Bei der Diagnose ,ADHS‘ ist die Zusammenarbeit der Professionen im Interesse der Patienten und der betroffenen Familien wichtig“, sagte der Kinder- und Jugendmediziner Thomas Fischbach, Vorsitzender des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte in Nordrhein.

Hierzu gehörten Informationsabende für die Eltern zum Störungsbild und spezielle Trainings­seminare zum Umgang mit der Erkrankung im Alltag. Ärzte und Psychotherapeuten arbeiteten hier neben- und miteinander, die gegebenenfalls notwendige Medikation liege dabei in der Verantwortlichkeit des behandelnden Kinder- und Jugendarztes.

Patienten und Eltern bewerten die intensive Begleitung besonders positiv. Fast zwei Drittel der befragten Teilnehmer (63 Prozent) empfand die Treffen mit dem Kinder- und Jugendarzt beziehungsweise Psychotherapeuten als hilfreich und würde wieder am Vertrag teilnehmen.

Lob gab es auch für die vertraglich festgelegte psychotherapeutische Betreuung der an ADHS erkrankten Kinder- und Jugendlichen zusammen mit Bezugspersonen wie Eltern, Lehrern und Geschwistern. „Bei Kindern und Jugendlichen mit einem ADHS-Syndrom sind die psychischen Belastungen auch für die Familie erheblich und können begleitend zur Psychotherapie des Patienten behandelt werden“, sagte Bernhard Moors vom Bündnis der Kinder- und Jugendpsychotherapeuten.

„Die positive Einschätzung des Modells durch die Patienten zeigt, dass es sich lohnt, in Versorgungsmodelle zu investieren, die mehr Behandlungszeit ermöglichen“, zog Günter Wältermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Rheinland/Hamburg, ein Fazit des Vertrages. © hil/aerzteblatt.de

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