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Hochschulen

Uniklinik Leipzig warnt vor Vergiftung durch Wasserpfeifen

Mittwoch, 17. Juni 2015

Leipzig – Die Verwendung von Wasserpfeifen ist problematischer, als von vielen Konsumenten gemeinhin angenommen. Darauf hat die Uniklinik Leipzig (UKL) jetzt hingewiesen. Ärzte der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie im UKL mussten soeben einen Patienten mit einer Kohlenmonoxid-Vergiftung notfallmäßig behandeln.

„Der Raucher nimmt bei Wasserpfeifen genauso viel Teer und krebsauslösende Giftstoffe auf wie bei Zigaretten“, warnt Karsten Kluba, Oberarzt an der Leiter des dortigen Hyperbarmedizinischen Zentrums. Die aufgenommene Menge an Kohlenmonoxid könne sogar die zehnfache Dosis betragen. Im schlimmsten Fall sei eine potenziell tödliche Kohlenmonoxid-Vergiftung die Folge – wie soeben in Leipzig geschehen.

Kohlenmonoxid-Vergiftungen zählen mit rund 4.000 Fällen pro Jahr in Deutschland zu den häufigsten Vergiftungen. Die Symptome sind oft unspezifisch. Sie reichen von Schwindel, Kopfschmerzen oder Übelkeit bis zu Herz-Rhythmus-Störungen oder zur Bewusstlosigkeit. Tritt diese mit zeitlicher Verzögerung auf, denke häufig niemand an die Wasserpfeife als Ursache. „Doch ohne korrekte Diagnose ist es fraglich, ob die zwingend notwendige Behandlung mit reinem Sauerstoff zeitnah begonnen wird“, warnt die Klinik.

Neben den unmittelbar auftretenden Symptomen sind auch neurologische Spätschäden bekannt. Diese sind häufig Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen und Gleich­gewichtsprobleme. In einigen Fällen geht dies bis hin zur Arbeitsunfähigkeit. Das ein Grund, warum eine schnelle Therapie möglichst innerhalb der ersten vier Stunden wichtig ist. Das UKL empfiehlt dafür eine hyperbare Sauerstofftherapie in der Druck­kammer. Durch den dreifach erhöhten Umgebungsdruck, der etwa einer Wassertiefe von 20 Metern entspricht, kann die 20-fache Menge Sauerstoff im Blut gelöst werden und somit der Sauerstoffmangel in den Geweben unterbrochen werden. © hil/aerzteblatt.de

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