NewsMedizinRoboter helfen bei Herzoperation
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Roboter helfen bei Herzoperation

Donnerstag, 18. Juni 2015

dpa

St.York – Nach den Urologen und Gynäkologen lassen sich immer häufiger auch Herzchirurgen bei ihren Operationen von einem Roboter assistieren. Ein Anstieg der Kosten wird nach einer Studie in JAMA Surgery 2015; doi: 10.1001/jamasurg.2015.1098) durch eine geringere Komplikationsrate aufgewogen.

In den USA wurden 2006 bereits 40 Prozent aller Prostatektomien roboter-assistiert durchgeführt. Bei den Hysterektomien betrug der Anteil 2007 bereits 9,5 Prozent. Wie es scheint, haben Urologen und Gynäkologen ihren vielarmigen Assistenten schätzen gelernt. Aber auch andere Disziplinen entdecken die Vorteile der Operations-Roboter für sich.

Anzeige

Anita Ahuja vom York Hospital in Pennsylvania ermittelte im Nationwide Inpatient Sample, einem landesweiten Patientenregister für US-Patienten, insgesamt 5.199 Einträge. Der Anteil der roboter-assistierten Eingriffe ist noch gering. Er stieg aber von 0,057 Prozent in 2008 auf 0,390 Prozent in 2011. Die Roboter werden bei Operationen an den Herzklappen und Septen (10,5 Prozent), an den Gefäßen (42,6 Prozent) und bei anderen Operationen an Herz und Perikard (46,9 Prozent) eingesetzt.

Wie in den anderen Disziplinen führt die Investition von ein bis 2 Millionen US-Dollar für den Roboter zu einem Anstieg der Oprationskosten. Eine elektive Herz-Op kostet in den USA mit Roboter 38.513 US-Dollar statt 34.602 US-Dollar. Bei den nicht-elektiven Opera­tionen stiegen die Kosten auf 42.353 von 41.185 US-Dollar.

Die Mehrkosten könnten jedoch durch Einsparungen in anderen Gebieten wett gemacht werden. Nach roboter-assistierten Operation kommt es laut Ahuja nämlich seltener zu Komplikationen (27,2 versus 30,3 Prozent). Einen signifikanten Rückgang gab es bei den Wunddehiszenzen (1,2 statt 1,8 Prozent), den Infektionen (0,2 statt 0,8 Prozent) und den pulmonalen Komplikationen (10,0 statt 14,8 Prozent).

Auch die Sterberate war mit 1,0 Prozent versus 1,9 Prozent niedriger. Bei der Beurteilung der Zahlen muss trotz einer Propensity Analyse, die Patienten mit vergleichbaren Eigenschaften gegenüberstellt, aber bedacht werden, dass die Chirurgen die Roboter zunächst bei Patienten einsetzen, bei denen sie nicht mit Komplikationen rechnen.

© rme/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

23. Oktober 2020
Leipzig – Bei dem Ersatz einer Aortenklappe mittel einer „Transcatheter Aortic Valve Implantation“ (TAVI) ist eine örtliche Betäubung genauso sicher wie eine Vollnarkose. Das berichten Wissenschaftler
Örtliche Betäubung bei TAVI genauso sicher wie Vollnarkose
19. Oktober 2020
Amsterdam – Der Medizintechnikkonzern Philips hat im dritten Quartal deutlich mehr verdient als im Vorjahr. Dabei profitierte der Konkurrent von Siemens Healthineers von einer großen Nachfrage nach
Philips profitiert von großer Nachfrage nach Beatmungsgeräten
13. Oktober 2020
Venlo – Das Biotechnologieunternehmen Qiagen profitiert weiter von seinen Produkten für Coronatests. Die Erlöse stiegen im dritten Quartal sowohl nominal als auch wechselkursbereinigt im Vergleich zum
Coronatests steigern Umsatz von Qiagen
1. Oktober 2020
Berlin – Eine „Digitale Bestandsplattform Versorgungskritischer Medizinprodukte“ zur Vermeidung von Lieferengpässen bei Krisensituationen hat der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed)
BVMed schlägt Bestandsplattform für versorgungskritische Medizinprodukte vor
15. September 2020
Utrecht – Der Verzicht auf Clopidogrel kann das Blutungsrisiko nach einem kathetergestützten perkutanen Aortenklappenersatz (TAVI) deutlich senken, ohne dass es zu einem Anstieg von ischämischen
TAVI: Clopidogrel erhöht Blutungsrisiken
11. September 2020
Berlin – Investitionen in Höhe von 20 Millionen Euro in die Forschung und Entwicklung innovativer Medizintechnik tätigt das Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Die aktuelle
Forschungsministerium will innovative Medizinprodukte fördern
3. September 2020
Erlangen – Der Medizintechnikkonzern Siemens Healthineers hat sich am Kapitalmarkt knapp drei Milliarden Euro für die Varian-Übernahme besorgt. Die im Rahmen einer Kapitalerhöhung ausgegebenen neuen
VG WortLNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER