NewsÄrzteschaftVersorgung und Prävention von Herz-Kreis­lauf-Erkrankungen in Deutschland überdurchschnittlich
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Versorgung und Prävention von Herz-Kreis­lauf-Erkrankungen in Deutschland überdurchschnittlich

Donnerstag, 18. Juni 2015

dpa

Berlin – Die kardiologische Akutmedizin ist in Deutschland gut ausgestattet. Das Land hat OECD-weit die größte Anzahl an Zentren, die Herzkranzgefäße erweitern oder wieder öffnen, auch die Anzahl der Kardiologen und Neurologen pro Einwohner liegt über dem Durchschnitt. Das geht aus dem gerade erschienenen OECD-Bericht „Cardiovascular Disease and Diabetes: Policies for Better Health and Quality of Care“ hervor.

Das Risiko, innerhalb von 30 Tagen nach einem Hirninfarkt oder einer Hirnblutung zu sterben, ist in Deutschland wesentlich geringer als im OECD-Schnitt. Für Patienten mit Herzinfarkt liegt es mit 8,9 Prozent aber etwas über dem OECD-Durchschnitt (7,9 Prozent).

Anzeige

In den vergangenen fünfzig Jahren ist die Sterblichkeit durch Herz-Kreislauf-Erkran­kungen in Deutschland laut dem Bericht um etwa 60 Prozent zurückgegangen. Damit folgt Deutschland dem OECD-Trend. Mit 310 Personen pro 100.000 Einwohner sterben aber noch immer etwas mehr Menschen an Schlaganfällen, Herzinfarkten und anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen als im OECD-Schnitt. Aber die Zahl der potenziell verlorenen Lebensjahre ist im Durchschnitt niedriger als im OECD-Raum. „Todesfälle durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen treten in Deutschland also wahrscheinlich in einem höheren Lebensalter auf als in vielen anderen OECD-Ländern“, folgern die Autoren.

Bei den Risikofaktoren ergibt sich ein uneinheitliches Bild: In Deutschland ist starkes Übergewicht zwar weniger verbreitet als in vielen OECD-Ländern, aber Bluthochdruck und erhöhte Cholesterinwerte sind laut dem Bericht verbreiteter als im Schnitt der 34 Industrieländer.

Die Autoren stellen außerdem fest, dass in keinem anderen OECD-Land außer Ungarn im Verhältnis zum Vorkommen der Krankheit mehr Menschen wegen Diabetes ins Krankenhaus eingewiesen werden als in Deutschland, nämlich 51 pro tausend Diabetes-Fälle. Auch chronische Herzinsuffizienz wird weit häufiger im Krankenhaus behandelt als anderswo. „Beide Krankheiten können bei qualitativ hochwertiger Grundversorgung gut außerhalb des Krankenhauses therapiert werden“, meinen die Autoren des Berichtes.

© hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

19. November 2019
Augsburg – Das Schlaganfallrisiko steigt einer Augsburger Studie zufolge bei trocken-warmen Wetterlagen an. Dies gilt allerdings nur für ischämische Schlaganfälle. Hämorrhagische Schlaganfälle treten
Studie beobachtet mehr Schlaganfälle bei trocken-warmem Wetter
25. Oktober 2019
Berlin – Direkt wirkende orale Antikoagulanzien (DOAK) werden in Deutschland häufiger verordnet als Vitamin-K-Antagonisten. Darauf hat jetzt das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in
Direkte orale Antikoagulanzien häufiger verordnet als Vitamin-K-Antagonisten
21. Oktober 2019
Birmingham/Alabama – Die Hoffnung, dass der kardioselektive Betablocker Metoprolol herzgesunde Patienten vor Exazerbationen einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung schützt, hat sich in einer
Studienabbruch: Kardioselektiver Betablocker erhöhte Rate von schweren COPD-Exazerbationen
18. Oktober 2019
Amsterdam –Menschen mit einer familiären Hypercholesterinämie, der autosomal dominant vererbte Störungen im LDL-Stoffwechsel zugrunde liegen, wird ab dem Kindesalter zu einer Behandlung der deutlich
Familiäre Hypercholesterinämie: Langzeitstudie bestätigt Vorteil einer Statinbehandlung ab dem Kindesalter
16. Oktober 2019
Mannheim – Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung (DGK) setzt sich für mehr Anstrengungen bei der Primär- und Sekundärprävention von kardiovaskulären Erkrankungen
Mehr Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen notwendig
15. Oktober 2019
Mannheim – Patienten, die an einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK) leiden, haben ein vier- bis sechsfach erhöhtes Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall. Dies werde jedoch
Periphere arterielle Verschlusskrankheit oft unterschätzt
10. Oktober 2019
Münster – Die Verwendung von Paclitaxel-beschichteten Ballons oder Stents zur Behandlung der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK) war bei deutschen Kassenpatienten nicht mit einem Anstieg
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER