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Ausland

Virologen sehen keine MERS-Ansteckungs­gefahr für Touristen in Thailand

Montag, 22. Juni 2015

Ulm – Der thailändische Public Health Minister Rajata Rajatanavin hat den ersten Fall einer Infektion mit dem Middle East Respiratory Syndrome Coronavirus (MERS-CoV) in seinem Land bestätigt. Die Infektionswelle sorgte bislang in Südkorea international für Beunruhigung. Für Touristen in Thailand bestehe jedoch keine akute Ansteckungs­gefahr, meint die Gesellschaft für Virologie (GfV).

„Mit dem Ausbruch in Südkorea steht dieser Fall nicht in Verbindung. Er ändert also nicht die Einschätzung der Gefahr, die vom koreanischen Ausbruch ausgeht“, sagte der GfV-Experte Christian Drosten, der am Universitätsklinikum Bonn das Institut für Virologie leitet. Das Ausmaß der Infektionen in Südkorea führt die Fachgesellschaft auf landes­spezifische Bedingungen zurück: „Hierbei spielt beispielsweise das in Südkorea etablierte System der Pflege von Patienten durch Angehörige eine Rolle sowie die verzögerte Diagnose des Indexfalls“, so Drosten.

Die GfV geht weiterhin davon aus, dass die Übertragbarkeit des Virus unverändert ist. Alle Untersuchungen deuteten darauf hin, dass das Virus vor allem von Dromedaren in Saudi Arabien auf den Menschen übertragen werde. Eine Mensch-zu-Mensch Übertra­gung konnte nur in wenigen Fällen beobachtet werden. Voraussetzung war ein enger Körperkontakt, etwa zwischen Pflegern und Infizierten. Die Analyse des thailändischen Virus müsse man aber noch abwarten.

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Gut einen Monat nach dem MERS-Ausbruch in Südkorea sind zwei weitere Menschen an der Atemwegserkrankung gestorben. Damit erhöht sich die Zahl der MERS-Todesopfer in Süd-Korea auf 27. Die bisher erfassten Krankheits- und Todesfälle stiegen auf 172. Mehr als 3.800 Menschen, die sich angesteckt haben könnten, sind zur Stunde noch in Quarantäne. Damit ging diese Zahl um mehr als 200 zurück.

In den vergangenen Tagen gab es Anzeichen für einen Rückgang der Zahl der bestä­tigten neuen Infizierungsfälle in Südkorea. Allerdings hat die Weltgesundheits­or­ga­nisation (WHO) mehrfach gewarnt, dass sich der Ausbruch noch über einige Wochen hinziehen könne.

Der Präsident des Robert-Koch-Instituts, Lothar Wieler, hat stetige Wachsamkeit bei Infektionskrankheiten angemahnt. „Wir müssen ständig damit rechnen, dass es neue Viren oder Bakterien gibt, deshalb dürfen wir in Forschung und Aufklärung nicht nach­lassen“, sagte er der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ am Wochenende. Wichtig sei zudem der Ausbau von Systemen, die Ausbrüche von Seuchen weltweit früh erkennen, so Wieler.  © hil/aerzteblatt.de

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