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Harninkontinenz ist eine verdrängte Volkskrankheit

Montag, 22. Juni 2015

Jena – Auf die Bedeutung einer interdisziplinären Therapie der Harninkontinenz bei Frauen hat das Universitäts-Beckenbodenzentrum Jena der Frauenklinik am Universitätsklinikum Jena (UKJ) hingewiesen. „Aus Scham suchen viele Betroffene erst dann ärztliche Hilfe auf, wenn der Leidensdruck bereits sehr hoch ist“, erläutert Anke Mothes, Oberärztin an dem Zentrum, anlässlich der sogenannten Welt-Kontinenz-Woche, die heute beginnt.

In normalen Alltagssituationen wie Lachen, Husten, Niesen oder bei körperlicher Belastung entleert sich die Blase unkontrollierbar und spontan: Schätzungsweise fünf Millionen Frauen in Deutschland leiden an derartiger Harninkontinenz, unfreiwilligem Harnverlust, Senkungsbeschwerden oder Stuhlgangsproblemen aufgrund von Beckenbodenschwäche.

„Obwohl das Durchschnittsalter unserer Patientinnen bei 67 Jahren liegt, entstehen die Ursachen für Beckenbodenprobleme schon im jüngeren Lebensalter“, erläutert Mothes. Neben dem häufigen Tragen schwerer Lasten könnten auch Fettleibigkeit sowie chronischer Husten bei Asthma oder Bronchitis die Spannkraft des Bindegewebes der Beckenorgane verringern.

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Zudem sei eine familiär bedingte Bindegewebsschwäche ein möglicher Risikofaktor für Beckenbodenschwäche. „Eine konservative Therapie beispielsweise in Form von gezieltem Beckenbodentraining kann unterstützend wirken. Deshalb sollten diese Behandlungsmöglichkeiten einer operativen Therapie vorangestellt werden“, so Mothes.

Das Jenaer Beckenbodenzentrum ist ein spezielles interdisziplinäres Behandlungs­zen­trum, das unter anderem auf die Diagnostik und Therapie von Senkungszuständen, Harn- und Stuhlinkontinenz spezialisierte Frauenärzte, Darmspezialisten, Urologen sowie Physio- und Psychotherapeuten miteinander vernetzt.

Die Welt-Kontinenz-Woche gibt es seit 2009. Initiator ist die Deutsche Kontinenz Gesellschaft. © hil/aerzteblatt.de

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