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Ärzteschaft

Früherkennungs­untersuchungen: Ärzte sollen stärker auf soziale Aspekte achten

Montag, 22. Juni 2015

Berlin – Der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) hat seine Kinder-Richtlinie neu strukturiert. „Als ein wesentliches Element der Früherkennungsuntersuchungen wird die Interaktion des Kindes mit der primären Bezugsperson in den Fokus genommen“, erklärte Dr. jur. Harald Deisler, unparteiisches Mitglied des G-BA, Mitte Juni in Berlin. Kinder- und Jugendärzte sollen künftig noch intensiver auf psychische und soziale Aspekte achten, um Verhaltensauffälligkeiten und Risikofaktoren für psychische Erkrankungen früh zu erkennen und den Eltern entsprechende Hilfen anzubieten.

Der G-BA habe darüber diskutiert, ob Ärzte mit Hilfe eines Fragebogens eine erste Erhebung des sozialen Umfeldes und der Befindlichkeit des Kindes vornehmen sollten, berichtete der unparteiische G-BA-Vorsitzende, Josef Hecken. Dies werde nun nicht verpflichtend vorgeschrieben, aber auch nicht verboten. „Es bleibt dem Arzt überlassen, den Fragebogen einzusetzen“, sagte Hecken. Regina Feldmann, Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, bedauerte den Beschluss. „Wir hätten den Kinder- und Jugendärzten gerne ein Instrument an die Hand gegeben, damit sie eine ausführliche und strukturierte Sozialanamnese durchführen können.“

 Darüber hinaus hat der G-BA beschlossen, dass das sogenannte Gelbe Heft künftig eine herausnehmbare Karte enthält, mit der die Eltern „ihre gewissenhafte Fürsorge für das Kind gegenüber Dritten“, zum Beispiel Kindergärten, nachweisen können, ohne dabei vertrau­liche medizinische Informationen über das Kind weiterzugeben. © fos/aerzteblatt.de

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