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Politik

Gesetzliche Krankenversicherung profitiert von guter Beschäftigungslage

Dienstag, 23. Juni 2015

dpa

Berlin – Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) verfügte am Ende des ersten Quartals 2015 über insgesamt 25,3 Milliarden Euro Finanzreserven. Damit stehe die GKV auf „einer soliden Grundlage“ kommentierte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) die heute von seinem Ministerium herausgegebenen Zahlen.

Einnahmen von rund 53,08 Milliarden Euro von Januar bis März standen danach Ausgaben von rund 53,25 Milliarden Euro gegenüber. Die Differenz von knapp 170 Millionen Euro lasse sich dadurch erklären, dass die Krankenkassen ihre Versicherten durch einen niedrigeren durchschnittlichen Zusatzbeitrag von 0,83 Prozent statt dem bisherigen Sonderbeitrag von 0,9 Prozent an ihren hohen Finanzreserven beteiligt hätten. „Ohne die damit verbundenen Mindereinnahmen hätten die 124 gesetzlichen Krankenkassen insgesamt das erste Quartal nicht mit einem Defizit, sondern mit einem Überschuss abgeschlossen“, hieß es aus dem Bundesgesundheitsministerium.

Die GKV hat auch 2015 von geringer Arbeitslosigkeit und steigenden Löhnen profitiert: Sie bescherten den Kassen ein Plus von 3,8 Prozent. Dem stehen jedoch steigende Ausgaben je Versicherten von 4,2 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2014 gegenüber.

Das Ausgabenplus verteilt sich auf verschiedene Leistungsbereiche. So sind die Arzneimittelausgaben der Krankenkassen im ersten Quartal je Versicherten um 5,0 Prozent gestiegen. Im Bereich der vertragsärztlichen Vergütung stiegen die Ausgaben je Versicherten um rund 4,0 Prozent an. Allerdings sind dies Schätzwerte, weil die Abrechnungsdaten der Kassenärztlichen Vereinigungen dem BMG für die Auswertung noch nicht vorlagen.

Die Ausgaben für Krankenhausbehandlungen stiegen von Januar bis März 2015 im Vergleich zum Vorjahresquartal je Versicherten um 3,2 Prozent.

Um 8,2 Prozent sind die Ausgaben für Krankengeld gestiegen. „Damit hat sich der Anstieg mit einem Plus von 8,2 Prozent auch im ersten Quartal 2015 auf dem hohem Niveau der Vorjahre weiter fortgesetzt“, hieß es aus dem BMG. Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen erarbeitet derzeit im Auftrag des Ministeriums ein Gutachten, dass die Gründe für diese hohen Steigerungen klären und Wege aufzeigen soll, diese zu begrenzen.

Für Prävention haben die Krankenkassen gegenüber dem Vorjahreszeitraum 6,9 Prozent mehr ausgegeben. „Trotz der aktuellen Zuwachsraten bleiben gerade in den betrieb­lichen und nicht-betrieblichen Lebenswelten die Ausgaben auch in diesem Quartal noch weit hinter dem finanziellen Engagement zurück, das für die Stärkung der Gesundheitsförderung und Prävention erforderlich ist“, bewertet das BMG diese Zahlen. © hil/aerzteblatt.de

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