NewsVermischtesScreening auf Bauchaortenaneurysma auch für Frauen gefordert
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Screening auf Bauchaortenaneurysma auch für Frauen gefordert

Dienstag, 23. Juni 2015

Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) hat eine Studie des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) begrüßt, nach der Männer ab 65 Jahren von einem Ultraschall-Screening auf Bauchaortenaneurysmen profitieren. Die Experten der Fachgesellschaft empfehlen, auch Frauen einzubeziehen. Zudem sollten Risikopersonen bereits ab einem Alter von 55 Jahren untersucht werden.

„Patienten mit Bluthochdruck, Diabetes, Fettstoffwechselstörungen oder starke Raucher haben ein deutlich erhöhtes Risiko bereits in jüngeren Jahren an einem Aneurysma zu erkranken“, erläuterte Clemens Fahrig, Sprecher des DEGUM-Arbeitskreises „Vaskulärer Ultraschall“, die Forderung nach einem früheren Zeitpunkt für das Screening.

Die DEGUM weist daraufhin, dass die IQWiG-Empfehlung allein wegen der Studienlage bislang nur für Männer gelte. „Da Frauen viel seltener betroffen sind, gibt es über sie weniger Daten“, erklärte der Chefarzt Innere Medizin und Leiter des Gefäßzentrums am Evangelischen Krankenhaus Hubertus in Berlin. Dies bedeute aber nicht, dass sie nicht ebenso von einem Vorsorge-Ultraschall profitieren würden.

Anzeige

Das Bauchaortenaneurysma ist eine krankhafte Aussackung der Bauchschlagader. Das Risiko steigt mit dem Alter, wobei Frauen deutlich seltener betroffen sind als Männer. Die meisten Bauchaortenaneurysmen sind asymptomatisch. Es besteht aber die Gefahr der Ruptur, die unbehandelt schnell zum Tod führt. Auch, wenn Patienten rechtzeitig die Klinik erreichen und eine Notfalloperation noch möglich ist, versterben bei offener Operation etwa 40 Prozent und bei endovaskulärem Vorgehen etwa 20 Prozent der Betroffenen.

Wird das Aneurysma rechtzeitig entdeckt und elektiv operiert, ist die Überlebenschance deutlich höher: Je nach Art der Operation, endovaskulär oder offen, versterben in Deutschland zwischen 1,3 Prozent und 3,6 Prozent der Patienten.

© hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

22. Juli 2019
Berlin – Ein Ultraschallgerät im Notarzteinsatzfahrzeug kann maßgeblich dazu beitragen, zeitnah die richtige Diagnose zu stellen und damit die richtige Therapie einzuleiten. Darauf hat jetzt die
Fachgesellschaft setzt sich für mobile Sonografiegeräte für Notfallmediziner ein
30. Januar 2019
Berlin – Deutliche Kritik an der neuen Strahlenschutzverordnung, die zum 1. Januar 2019 in Kraft getreten ist, übt die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM). Hintergrund ist,
Fachgesellschaft betont Unbedenklichkeit des Ultraschalls in der Schwangerschaft
7. November 2018
Berlin – Der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) hat zum ersten Mal einen Auftrag zur wissenschaftlichen Begleitung und Auswertung einer sogenannten Erprobung vergeben. Bei der geplanten Studie geht es
Erster G-BA-Auftrag zur wissenschaftlichen Begleitung und Auswertung einer Erprobung
26. Juni 2018
Berlin – Mitte Februar hatte der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) die Anwendung des ultraschall-gesteuerten hochintensiven fokussierten Ultraschalls (HIFU) als Behandlungsmethode im Krankenhaus bei
Ministerium beanstandet G-BA-Beschluss zum hochintensiven fokussierten Ultraschall
26. Juni 2018
Oslo – Frauen mit einem dichten Brustgewebe haben ein höheres Krebsrisiko als Frauen mit mammographisch weniger dichten Brüsten. Zwischen den Brustkrebs-Screeningterminen entdeckten Ärzte in Norwegen
Höhere Krebsrate bei Frauen mit dichtem Brustgewebe
18. Juni 2018
Essen/Berlin – Der sogenannte Igel-Monitor beurteilt den Nutzen von Ultraschalluntersuchungen bei der Früherkennung von Brustkrebs weiterhin mit „unklar“. „Wissenschaftler des IGeL-Monitors wollten
Brustkrebsfrüherkennung: Unterschiedliche Auffassungen zum Nutzen des Ultraschalls
30. Mai 2018
Berlin – Mit der Röntgenuntersuchung der Brust – dem hierzulande häufigsten Diagnoseverfahren – kann ein Großteil der Mammakarzinome häufig nicht eindeutig identifiziert werden. Mit einem ergänzenden
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER