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Medizin

Therapieoption gegen Sklerodermie

Mittwoch, 24. Juni 2015

Boston – Eine Antikörpertherapie mit Fresolimumab könnte künftig eine wirkungsvolle Therapie für die Behandlung einer systemischen Sklerodermie sein. Robert Lafyatis und seine Arbeitsgruppe an der Boston University School of Medicine berichten im Journal of Clinical Investigation über die Ergebnisse ihrer klinischen Studie (doi:10.1172/JCI77958). 

Die Sklerodermie zählt zu den sogenannten Kollagenosen und ist eine Autoimmun­erkrankung. Bei der Krankheit kommt es zu einer zunehmenden Fibrosierung der Haut. Bei der systemischen Variante sind außerdem die inneren Organe beteiligt. Der zuneh­mende Funktionsverlust von Nieren, Herz und Lunge führt dann bei den Patienten nach einigen Jahren zum Tod.

Ein wichtiger Faktor in der Pathogenese ist der Transforming growth factor beta (TGF-beta). Dieses Zytokin stimuliert unter anderem die Kollagensynthese und ist in der Haut der Patienten übermäßig exprimiert. Der humane Antikörper Fresolimumab neutralisiert TGF-beta. Da der Faktor jedoch auch eine immunsuppressive Wirkung hat, blieb bisher unklar ob eine Antikörpertherapie tatsächlich eine klinische Verbesserung beim Menschen bewirkt.

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Die Forscher behandelten 15 Patienten mit Fresolimumab in unterschiedlichen Dosierungen. Sieben Patienten erhielten in einem vierwöchigen Abstand zwei Dosen von 1 mg/kg und acht Patienten eine Einzeldosis von 5 mg/kg. Die Wissenschaftler beurteilten über Hautbiopsien das Maß der Fibrosierung und die Aktivität von Markergenen. Den klinischen Schweregrad schätzten sie über den Modified Rodnan Skin Score ab, der die Festigkeit der Haut in unterschiedlichen Arealen beschreibt.

Die Forscher beobachteten nach drei bis vier Wochen bei den Markergenen eine deutliche Abnahme der Aktivität. So zeigte sich, dass THBS1 und COMP, Gene deren Aktivität direkt von TGF-beta abhängt, nur noch 77 Prozent beziehungsweise 60 Prozent der ursprünglichen Aktivität besaßen. Die Zahl der Myofibroblasten, welche mit der Genaktivität korrelierte, nahm durch die Behandlung ebenfalls ab (p= 0,022). Eine starke Vermehrung der Myofibroblasten lässt sich für gewöhnlich bei besonders schweren Krankheitsverläufen beobachten.

Die Verbesserung blieb jedoch nicht auf die Laborwerte beschränkt, sondern zeigte sich auch klinisch. Die Patienten beider Behandlungsgruppen, die bei Beginn der Studie einen durchschnittlichen Modified Rodnan Skin Score von 24 hatten, wiesen in Woche 17 eine mediane Verringerung um 9,5 Punkte auf.

Diese ersten klinischen Ergebnisse zeigen laut der Arbeitsgruppe, dass TGF-beta eine mögliche Zielstruktur in der Behandlung der systemischen Sklerodermie ist. Da Fibrosierungsprozesse auch bei anderen Erkrankungen wie der Leberzirrhose, pulmonalen Erkrankungen oder Vernarbungen nach Herzinfarkten, eine Rolle spielen, vermuten die Forscher, dass Fresolimumab auch hier zum Einsatz kommen könnte. © hil/aerzteblatt.de

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